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Kuba verlängert die zollfreie Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten und weiter Produkte erstmals auf unbestimmte Zeit. Die Maßnahme soll die anhaltende Versorgungskrise abfedern und bleibt gültig, solange die wirtschaftlichen Ausnahmesituationen bestehen. Erleichterungen gelten weiterhin für Reisende und Paketsendungen aus dem Ausland.
18.01.2026 07: 40 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die kubanische Regierung hat die seit Jahren geltende Zollbefreiung für die nichtkommerzielle Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und weiteren lebenswichtigen Gütern erneut verlängert – und zwar erstmals ohne festes Enddatum. Das gab das Finanz- und Preisministerium (Ministerio de Finanzas y Precios) Mitte Januar über die staatlichen Medien bekannt. Die Maßnahme bleibt demnach so lange in Kraft, „wie die Bedingungen fortbestehen, die ihre Einführung erforderlich gemacht haben“.
Damit setzt Havanna eine Regelung fort, die ursprünglich 2021 nach den landesweiten Protesten vom 11. Juli eingeführt worden war. Damals hatten massive Versorgungsengpässe, langanhaltende Stromausfälle und die Verschärfung der wirtschaftlichen Krise die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten ausgelöst. Seither wurde die Zollbefreiung mehrfach verlängert, zuletzt im September 2025 – diese Frist wäre nun ausgelaufen. Konkret erlaubt die Regelung weiterhin die zollfreie Einfuhr von Grundnahrungsmitteln, Arzneimitteln, medizinischen Hilfsmitteln und Artikeln der persönlichen Hygiene durch Reisende oder über Sendungen aus dem Ausland, sofern kein kommerzieller Zweck vorliegt. Neu ist vor allem der unbefristete Charakter der Maßnahme. Änderungen sollen künftig mindestens 30 Tage im Voraus angekündigt werden. Für Reisende bleibt es dabei, dass entsprechende Waren im begleiteten Gepäck ohne Wertbegrenzung und ohne Zollabgaben eingeführt werden dürfen, solange sie dem persönlichen Gebrauch dienen. Im unbegleiteten Gepäck gilt weiterhin eine Obergrenze von 500 US-Dollar oder 50 Kilogramm. Voraussetzung ist, dass Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Medikamente bei der Einreise getrennt vom übrigen Gepäck deklariert werden. Auch bei Sendungen aus dem Ausland wurden die bestehenden Erleichterungen bestätigt und teilweise ausgeweitet. Der allgemeine Zollwert für nichtkommerzielle Importe wurde von 200 auf 500 US-Dollar angehoben. Für die ersten 30 US-Dollar oder drei Kilogramm bleibt die Einfuhr zollfrei, darüber hinaus fällt ein Satz von 30 Prozent an. Enthalten Sendungen ausschließlich Lebensmittel, Hygieneprodukte oder medizinische Güter, gilt weiterhin eine vollständige Zollbefreiung bis zu einem Wert von 200 US-Dollar oder 20 Kilogramm. Ergänzend erlaubt die Regierung nun auch die Einfuhr leistungsstärkerer Stromgeneratoren über 900 Watt für den privaten Gebrauch, was die Bedeutung der anhaltenden Energiekrise unterstreicht. Medikamente in Originalverpackung sowie zahlreiche medizinische Produkte dürfen weiterhin unbegrenzt zollfrei eingeführt werden; frühere Gewichtsbeschränkungen sind ausgesetzt. Die Entscheidung spiegelt die anhaltend angespannte Lage auf der Insel wider. Kuba leidet seit mehr als fünf Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, geprägt von Mangelversorgung, hoher Inflation, Währungsverfall und regelmäßigen Stromausfällen. Die Zollbefreiungen gelten vielen Familien als unverzichtbare Lebensader – ersetzen jedoch keine strukturelle Lösung für die tiefgreifenden Probleme der kubanischen Wirtschaft.u
Dieser Artikel wurde erstmals am 17. Januar 2026 bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
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