Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung hat die Zollbefreiung für die Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und Stromgeneratoren bis Ende Januar 2026 verlängert. Die seit 2021 bestehende Ausnahmeregelung soll die anhaltenden Versorgungsengpässe im Land abmildern.
21.09.2025 19:23 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die kubanische Regierung hat die seit 2021 geltende Ausnahmeregelung zur zollfreien Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und Stromgeneratoren erneut verlängert. Wie die staatlichen Medien in Havanna am Wochenende berichteten, bleibt die Maßnahme nun bis zum 31. Januar 2026 in Kraft. Die Entscheidung gilt für private Einfuhren ohne kommerziellen Zweck und soll Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung abmildern.
Ursprünglich war die Regelung als zeitlich befristete Ausnahme gedacht. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise und der Schwierigkeiten bei der Wiederbelebung des Landes wurde sie jedoch bereits mehrfach verlängert. Der Beschluss berücksichtigt nach Angaben des Finanz- und Planungsministeriums die weiterhin bestehenden Engpässe, die auf eine Kombination aus internen Strukturproblemen, globalen Kriseneffekten und den verschärften US-Sanktionen zurückgeführt werden. Die Ausnahmeregel sieht vor, dass Privatpersonen Waren im Wert von bis zu 500 US-Dollar und mit einem Gewicht von maximal 50 Kilogramm zollfrei einführen dürfen. Für die ersten 30 Dollar oder drei Kilogramm wird zudem eine Steuerbefreiung gewährt; für darüber hinausgehende Beträge gilt eine Abgabe von 30 Prozent. Speziell für den Import von Lebensmitteln, Hygieneprodukten, Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln über Luft-, See- oder Postsendungen gelten geringere Freigrenzen: maximal 200 Dollar oder 20 Kilogramm. Voraussetzung für die Anerkennung als Grundversorgungsgüter ist, dass diese in gesonderten Paketen transportiert werden. Die Sonderregelungen sind eine direkte Reaktion auf die massiven Proteste vom Juli 2021. Damals gingen zehntausende Kubaner wegen Versorgungsengpässen, Energieausfällen und wachsender Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen auf die Straße – die größten regierungskritischen Demonstrationen seit Jahrzehnten. Die Zollbefreiung wurde als eine kurzfristige Entlastung eingeführt, um den Zugang der Bevölkerung zu dringend benötigten Produkten zu erleichtern. Dass die Maßnahme vier Jahre nach ihrem ersten Inkrafttreten weiterhin besteht, zeigt die Tiefe der ökonomischen Krise, in der sich das Land befindet. Kuba kämpft seit Jahren mit einer hohen Inflation, einer massiven Abwertung des Peso, einer teilweisen Dollarisierung der Wirtschaft und einer chronischen Unterversorgung in nahezu allen Lebensbereichen. Besonders spürbar sind die Ausfälle im Energiesektor: Stromabschaltungen gehören zum Alltag, was wiederum die Produktion in Industrie und Landwirtschaft zusätzlich erschwert. Die Regierung betont, dass die erneute Verlängerung kein Zeichen einer langfristigen Lösung sei, sondern eine pragmatische Antwort auf die aktuelle Mangelsituation. Während die Zollbefreiung für viele Familien eine wichtige Möglichkeit darstellt, über Auslandssendungen oder durch mitgebrachte Güter von Reisen an Nahrungsmittel oder Medikamente zu gelangen, bleibt das strukturelle Problem ungelöst. Die eigene Produktion ist weit von einer Deckung des Bedarfs entfernt, und Devisen für Importe stehen nur begrenzt zur Verfügung. Im Alltag bedeutet die Regelung, dass im Ausland lebende Kubaner ihre Angehörigen weiterhin mit Paketen unterstützen können, ohne dass hohe Abgaben fällig werden. Angesichts der knappen Ressourcen und des anhaltenden Drucks auf die Staatsfinanzen wird die Regelung in Havanna allerdings nicht als dauerhafte Lösung verstanden, sondern als Teil einer Notfallstrategie. Wie es nach dem 31. Januar weitergeht, ließ die Regierung offen. Beobachter rechnen jedoch damit, dass eine weitere Verlängerung wahrscheinlich ist – solange sich die wirtschaftliche Lage nicht spürbar verbessert.
Quelle: Gaceta Oficial (https://t1p.de/6lt6e)
Autor: Leon Latozke
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