Neues aus Kuba
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19.05.2026 08:00 Uhr
Kuba verschärft den Ton gegenüber den USA und warnt eindringlich vor einem militärischen Eingreifen. Präsident Díaz-Canel erklärte, jeder US-Militäreinsatz würde ein „Blutbad“ auslösen und den Frieden sowie die Stabilität in der Region gefährden.
Abbildung: Duma.gov.ru, Miguel Díaz-Canel in the Russian State Duma (2022-11-22) 04, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 4.0
Die kubanische Führung hat die Warnungen an die Adresse der USA verschärft und mit dramatischen Konsequenzen für den Fall einer militärischen Intervention gedroht. Jeder US-Militäreinsatz gegen die Insel würde ein „Blutbad“ auslösen und die Stabilität der gesamten Region gefährden, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel auf der Plattform X. Kuba stelle keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar, betonte der Staatschef. Vielmehr sei es die US-Regierung, die durch ihre aggressiven Maßnahmen die Lage bewusst anheize.
Auch Außenminister Bruno Rodríguez bezog Position: Kuba berufe sich auf das in der UN-Charta verankerte Recht auf legitime Selbstverteidigung. Wer die Insel angreifen wolle, müsse dafür auf falsche Vorwände zurückgreifen. Offizielle Stellungnahmen der US-Regierung zu den kubanischen Drohungen lagen zunächst nicht vor, doch die diplomatischen Drähte glühen. Hintergrund der angespannten Situation ist ein Bericht des Nachrichtenportals „Axios“, wonach Kuba mehr als 300 militärische Drohnen erworben haben soll. Laut dem Bericht habe Havanna über mögliche Angriffe auf den US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay sowie auf Kriegsschiffe und Ziele in Florida beraten. Eine offizielle Bestätigung durch die kubanische Regierung gibt es nicht, doch die Nachricht sorgt in Washington für erhöhte Alarmbereitschaft. Die Eskalation folgt auf eine Reihe von US-Maßnahmen, die offenbar auf einen Regierungswechsel in Havanna abzielen. Präsident Donald Trump strebt den Sturz der kommunistischen Führung an. In der vergangenen Woche berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Justizkreise, dass US-Staatsanwälte eine Anklage gegen den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro vorbereiten. Hintergrund ist der Abschuss von zwei Flugzeugen der Hilfsorganisation „Brothers to the Rescue“ durch die kubanische Luftwaffe im Jahr 1996. Eine Anklage gegen den 94-jährigen Castro soll den Druck auf die Insel massiv erhöhen. Die USA haben zudem die Energieversorgung Kubas massiv eingeschränkt. In den vergangenen Wochen fehlt es auf der Insel an Treibstoff, die Stromversorgung ist oft nur für ein oder zwei Stunden pro Tag gewährleistet. Die Bevölkerung leidet unter den Folgen dieser Blockade, die das tägliche Leben nahezu unerträglich macht. Die Kubaner sehen sich mit einer prekären humanitären Lage konfrontiert, während die Regierung in Havanna gleichzeitig militärische Drohungen ausstößt. Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten reichen zurück bis zur kommunistischen Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959. In den Folgejahren verbündete sich Castro mit der Sowjetunion, enteignete US-amerikanische Unternehmen und Ländereien – der Grundstein für den jahrzehntelangen Konflikt war gelegt. Aus dieser Zeit stammt auch das allgemeine Embargo der USA gegen die Insel, das bis heute unverändert in Kraft ist und die Wirtschaft Kubas schwer belastet. Analysten sehen die Gefahr einer ernsthaften militärischen Konfrontation, sollten die USA tatsächlich versuchen, die Macht in Havanna gewaltsam zu brechen. Díaz-Canel machte deutlich, dass sein Land bereit sei, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Ein Waffengang wäre nicht nur für beide Seiten verheerend, sondern könnte auch den gesamten Karibikraum destabilisieren. Jeder falsche Schritt könnte eine Katastrophe auslösen, deren Folgen weit über die Insel hinausreichen würden. Die Zeit für diplomatische Lösungen schwindet. Autor: Leon Latozke
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