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20.09.2026 10:00 Uhr
Kuba weist Vorwürfe der USA zurück, in ein mutmaßliches russisches Mordkomplott auf amerikanischem Boden verwickelt zu sein. Havanna wirft Washington vor, Kuba mit fremden Verbrechen in Verbindung zu bringen.
Abbildung: Archivbild Ministerio de Relaciones Exteriores de Cuba von Whoisjohngalt Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0
Kubas Regierung hat zurückgewiesen, in ein mutmaßliches russisches Mordkomplott auf US-Boden verwickelt zu sein. Anlass ist eine Anklage aus New York, in der auch zwei Kubaner genannt werden. Das US-Außenministerium nutzte den Fall, um Kuba erneut als Sicherheitsrisiko darzustellen. Havanna spricht von einem konstruierten Zusammenhang.
Der Vorstoß fällt in eine Phase äußerster Spannung. Washington hat seine Kuba-Sanktionen in diesem Jahr in mehreren Runden ausgeweitet, zuletzt gegen die Staatsbank, den Nickelsektor und Angehörige der Castro-Familie. Die aktuelle Sanktionsrunde war die elfte 2026. Zuvor hatte das Außenministerium Kuba in einem 100-seitigen Bericht offiziell als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft. Kuba beklagte zugleich, im Dialog mit Washington gebe es kaum Fortschritte. Was die Anklage vorwirft
Ein Bundesgeschworenengericht im Südlichen Distrikt von New York hat fünf Personen angeklagt. Zwei von ihnen seien mutmaßlich russische Geheimdienstmitarbeiter, Vater und Sohn im Alter von 63 und 27 Jahren. Hinzu kämen zwei 35-jährige Kubaner, Oemis Romagoza Durruthy und Yaidel Delgado Suárez, sowie ein 22-jähriger Venezolaner. Alle fünf hielten sich Berichten zufolge in Russland auf und seien flüchtig.
Das Netzwerk habe laut Anklage spätestens seit 2024 für russische Nachrichtendienste gearbeitet. Es soll Dissidenten in den USA und Europa ausgespäht und Angriffe vorbereitet haben, auch auf militärische und zivile Einrichtungen in Ländern, die die Ukraine unterstützen. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Verschwörung zur Terrorismusfinanzierung, Höchststrafe 20 Jahre. Romagoza Durruthy soll nach Darstellung der Ankläger Reisen und Logistik für Anschläge in Prag (Juni 2024) und Litauen (September 2024) organisiert haben. Delgado Suárez habe zusammen mit dem Venezolaner im Juli einen Brooklyner Bürger für die Beobachtung eines in Washington lebenden Dissidenten gewonnen. Dieser habe für Fotos und Videos etwa 1.500 Dollar erhalten, ein Angebot von 40.000 Dollar für eine Tötung aber abgelehnt. Es handelt sich um Vorwürfe, nicht um bewiesene Tatsachen. Reaktionen aus Washington und Havanna
Aus dem US-Außenministerium hieß es, Kuba stelle eine fortdauernde Gefahr dar und agiere in den USA im Interesse von Gegnern Washingtons. Die Regierung wolle solche Netzwerke entschlossen bekämpfen.
Vizeaußenministerin Josefina Vidal wies das am Folgetag auf X zurück. Nach ihren Worten handle es sich um eine unbelegte Unterstellung, die zwei im Ausland lebende Personen kubanischer Herkunft betreffe. Washington versuche, Kuba mit Taten zu verknüpfen, mit denen das Land nichts zu tun habe. Aus Sicht der Regierung diene dies dazu, die „Kollektivstrafe" gegen die Bevölkerung zu rechtfertigen. Havanna behauptet seit Längerem, die USA schafften damit die Grundlage für wirtschaftlichen Druck und womöglich für ein militärisches Vorgehen.ts ihres mutmaßlichen Aufenthalts in Russland ist eine Auslieferung kaum zu erwarten. Autor: Leon Latozke
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