Neues aus Kuba
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26.05.2026 07:00 Uhr
Kubas Außenminister Bruno Rodriguez kritisiert die Europäische Union für Doppelmoral gegenüber dem US-Embargo. Die US-Sanktionen seien Hauptgrund für die Not der Kubaner, doch die EU erkenne dies nicht an.
Abbildung: Kubas Außenminister Bruno Rodriguez 2015 (Bildquelle https://commons.wikimedia.org/wiki/File:150424_Rodriguez_Cuba_bij_Koenders_8798.jpg, „150424 Rodriguez Cuba“, Zuschnitt KUBAKUNDE, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode
Kuba hat der Europäischen Union vorgeworfen, in der Frage des US-Embargos mit zweierlei Maß zu messen. Außenminister Bruno Rodriguez kritisierte die EU-Außenbeauftragten am Montag scharf für deren mangelnde Bereitschaft, die wirtschaftlichen Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen die Insel als das zu benennen, was sie seiner Ansicht nach sind: eine der Hauptursachen für die schwierige Lebenslage der Kubaner. In einer auf der Plattform X veröffentlichten Stellungnahme, die auch von der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba aufgegriffen wurde, forderte Rodriguez eine klare Positionierung des Blocks, die mit den Grundsätzen des Völkerrechts und der Friedensförderung im Einklang stehe – Werte, die die EU selbst stets propagiere.
Der Minister warf der europäischen Außenpolitik vor, bei der Bewertung der Lage in Kuba an Objektivität zu fehlen. Die EU weigere sich schlichtweg, die kollektiven und extraterritorialen Sanktionen der USA – darunter die Verschärfung des Embargos, ein Ölembargo sowie fortgesetzte Drohungen – als wesentlichen Faktor für die Notlage der Bevölkerung anzuerkennen. Besonders deutlich machte Rodriguez die aus seiner Sicht bestehende Schieflage daran fest, dass Brüssel keinerlei Besorgnis über die negativen Folgen dieser illegalen Maßnahmen für Unternehmen und Bürger in der Europäischen Union selbst zeige. Gleichzeitig betonte der kubanische Chefdiplomat, dass die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte, die auf breite Zustimmung in der Bevölkerung träfen, eine rein innere Angelegenheit des Landes seien. Trotz der harschen Kritik zeigte sich Rodriguez anerkennend für die humanitäre Hilfe der EU und einiger ihrer Mitgliedstaaten sowie für die bestehende Zusammenarbeit im Rahmen des Abkommens über politischen Dialog und Kooperation. Er unterstrich die Bedeutung eines fortgesetzten Dialogs, der auf den Prinzipien von Respekt, Gleichheit und Parität basieren müsse. Abschließend appellierte der Außenminister an die europäische Außenpolitik, in einer zunehmend komplexen internationalen Lage mehr Unabhängigkeit zu zeigen und ihre eigenen Werte und ihren Pluralismus zu verteidigen. Er forderte Brüssel zu einer klaren Absage an hegemoniale Logik und die Anwendung von Gewalt auf.
Quelle: X (https://t1p.de/mfozt)
Autor: Leon Latozke
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