Neues aus Kuba
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28.07.2026 23:30 Uhr
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Scharfe Töne aus Havanna: Kolumbiens designierter Präsident will die Botschaft schließen und alle Bande zu Kuba kappen – die Insel spricht von einem feindseligen, unbegründeten Akt.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: YouTube. Rechte beim Uploadenden.
Kurz vor seinem Amtsantritt hat der designierte kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella mit einer außenpolitischen Ankündigung für Aufsehen gesorgt – und prompt eine scharfe Reaktion aus Havanna provoziert. Kuba wertet die geplante Schließung der kolumbianischen Botschaft in der kubanischen Hauptstadt als Akt der „Unterwerfung unter die Aggressionspolitik der Vereinigten Staaten".
Das kubanische Außenministerium reagierte am Dienstag (28.) mit einer offiziellen Erklärung auf De la Espriellas Vorstoß. Die Formulierungen des künftigen Staatschefs, so heißt es aus Havanna, entfernten sich von der „historischen Freundschaft und Verbundenheit" zwischen beiden Ländern. Sollte die Entscheidung tatsächlich umgesetzt werden, offenbare sie die „klare Unterordnung" der kommenden kolumbianischen Regierung unter eine seit jeher von Washington vorangetriebene Politik der Spaltung und Konfrontation zwischen den Nationen. Bruch mit Kuba und Nicaragua, nicht nur Schließung
De la Espriella, der am 7. August sein Amt antritt, hatte am vergangenen Sonntag über seine sozialen Netzwerke angekündigt, im Zuge einer Neuordnung des diplomatischen Netzes mindestens vierzehn Botschaften zu schließen – darunter jene in Kuba, Haiti und Nicaragua. Anders als bei den übrigen betroffenen Ländern will der künftige Präsident es jedoch nicht bei einer reinen Standortschließung belassen: Mit Kuba und Nicaragua, so De la Espriella, werde es „keinerlei Verbindung zu Tyranneien" mehr geben – eine faktische Abkehr von den diplomatischen Beziehungen.
In einer ersten Phase sollen zudem die Vertretungen in Algerien, Aserbaidschan, Barbados, Tschechien, Äthiopien, Ghana, Ungarn, Malaysia, Rumänien, Senegal und Südafrika geschlossen werden. Havanna verweist auf gewachsene Beziehungen
Die kubanische Außenpolitik betont in ihrer Erklärung, dass beide Länder eine „fließende bilaterale Beziehung" pflegten, die bedeutende Fortschritte im wirtschaftlich-kommerziellen Bereich sowie in Kooperation und akademischem Austausch zum Nutzen beider Völker vorzuweisen habe. Die angekündigte Maßnahme entbehre jeder Rechtfertigung und diene auch nicht den nationalen Interessen Kolumbiens, heißt es weiter.
Ausdrücklich distanziert sich Havanna von einer Verallgemeinerung: Die „feindselige und unbegründete Aktion" spiegele nicht die Stimmung im „brüderlichen kolumbianischen Volk" wider, dem man seit Jahrzehnten unermüdlich bei der Suche nach einer verhandelten politischen Lösung des internen bewaffneten Konflikts zur Seite gestanden habe. Kuba betonte zudem, seinen Verpflichtungen gegenüber jenen kolumbianischen Studierenden treu zu bleiben, die im Rahmen der 2016 in Havanna unterzeichneten Friedensabkommen Medizin auf der Insel studieren. Diese Zusage – ein Überbleibsel des historischen Friedensprozesses zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla, der maßgeblich in Havanna vermittelt wurde – gilt als symbolisch aufgeladenes Element der bilateralen Beziehungen und dürfte auch deshalb ausdrücklich hervorgehoben worden sein. Eskalation vor dem Hintergrund wachsenden US-Drucks
De la Espriellas Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen Washington und Havanna ohnehin auf einem ihrer Tiefpunkte seit Januar dieses Jahres angelangt sind. Damals hatten die USA ein Ölembargo gegen die Insel verhängt, im Mai folgten weitere Sanktionen, die insbesondere ausländische Unternehmen treffen, die Geschäftsbeziehungen zur kubanischen Regierung unterhalten.
Vor diesem Hintergrund dürfte Havannas scharfe Reaktion auch als Signal an andere lateinamerikanische Staaten zu verstehen sein: Die Führung will deutlich machen, dass sie eine Abkehr befreundeter Regierungen von Kuba als Teil eines größeren, von Washington orchestrierten Drucks interpretiert – und nicht als souveräne bilaterale Entscheidung Bogotás.
Quelle: MINREX (https://t1p.de/ob3ra)
Autor: Leon Latozke
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