Neues aus Kuba
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22.05.2026 07:00 Uhr
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez wirft US-Außenminister Marco Rubio vor, mit Falschbehauptungen einen militärischen Konflikt zu provozieren.
Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez hat seinem US-amerikanischen Kollegen Marco Rubio vorgeworfen, mit falschen Behauptungen gezielt eine militärische Eskalation zu provozieren. In einer scharfen Reaktion auf Rubios jüngste Äußerungen erklärte Rodríguez am Donnerstag (21.) auf sozialen Medien, Rubio lüge, um einen Angriff zu rechtfertigen, der letztlich sowohl kubanisches als auch amerikanisches Blut kosten würde. Gleichzeitig wies er erneut entschieden die Behauptung zurück, Kuba stelle eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA dar – dies sei nie der Fall gewesen und werde es auch nie sein.
Rodríguez drehte den Spieß um und beschuldigte die Vereinigten Staaten, das kubanische Volk systematisch und gnadenlos zu attackieren. In den vergangenen Monaten habe Washington mit einer rigorosen Ölblockade und neuen Wirtschaftssanktionen bewusst die Verzweiflung der Bevölkerung geschürt und den wirtschaftlichen Kollaps der Insel vorangetrieben. Die Einstufung Kubas als staatlicher Sponsor des Terrorismus bezeichnete der Außenminister erneut als glatte Falschaussage – eine Bezeichnung, die für Havanna massive finanzielle Nachteile mit sich bringt. Zugleich warf er den USA vor, über Jahrzehnte hinweg mit stillschweigender Duldung und Straffreiheit die Organisation und Durchführung von Terrorakten gegen Kuba ermöglicht zu haben. Rubio hatte zuvor in einer Stellungnahme den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro als „Flüchtigen“ vor der US-Justiz bezeichnet. Hintergrund ist eine am Vortag erhobene formelle Anklage gegen Castro im Zusammenhang mit dem Abschuss zweier Kleinflugzeuge im Jahr 1996, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Auf die Frage nach möglichen Plänen für eine Festnahme ging Rubio nicht ein und verwies lediglich darauf, dass Castro nun als flüchtig gelte. Die Beweise seien eindeutig, da der Ex-Präsident den Abschuss und den entsprechenden Befehl öffentlich zugegeben und sogar damit geprahlt habe. Zentrale Beweislast trägt eine Tonbandaufnahme aus jenem Jahr, in der Castro gegenüber kubanischen Journalisten die Order eingeräumt haben soll. Rodríguez konterte, Rubio sei sehr wohl bewusst, dass die von ihm selbst mit äußerster Härte vorangetriebenen einseitigen Zwangsmaßnahmen das Haupthindernis für Kubas wirtschaftliche Entwicklung darstellten. Diese Maßnahmen wirkten sich verheerend auf alle Sektoren des Landes aus, inklusive der Privatwirtschaft. Die Anklage gegen Castro nährt indes Spekulationen, ob die Trump-Administration eine ähnliche Festnahmeaktion plant wie zuvor in Venezuela gegen Nicolás Maduro, der in den USA wegen Drogenhandels angeklagt ist. Die juristische Offensive gegen den Ex-Präsidenten ist Teil einer wachsenden Druckkulisse, zu der auch ein Energieembargo, verschärfte Sanktionen und Trumps wiederholte Drohungen gehören, die Kontrolle über die Karibikinsel „so gut wie sofort“ zu übernehmen.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/lsagh)
Autor: Leon Latozke
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