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Anlässlich des neunten Todestages von Fidel Castro hat Kuba an den langjährigen Revolutionsführer erinnert. Hunderte Menschen, darunter Präsident Miguel Díaz-Canel, nahmen an der offiziellen Gedenkveranstaltung auf der Treppe der Universität von Havanna teil.
26.11.2025 09:10 Uhr
Am Dienstag (25.) erinnerte Kuba im Rahmen einer offiziellen Gedenkveranstaltung an den neunten Todestag des Revolutionsführers Fidel Castro (1926–2016). Hunderte Menschen versammelten sich auf der Treppe der Universität von Havanna, darunter auch Präsident Miguel Díaz-Canel, um das Vermächtnis des ehemaligen Staatschefs zu würdigen. Der Anlass wurde von der kubanischen Regierung und der Union der Kommunistischen Jugend (UJC) organisiert und richtete sich insbesondere an junge Menschen, die mit Gesang, Tanz, Gedichten und Videoprojektionen Einblicke in Castros politische Laufbahn erhielten.
Die einzige Rednerin der Veranstaltung, Meyvis Estévez, Erste Sekretärin der UJC, erinnerte an Castros Studienzeit an der Universität von Havanna, „wo er sich als Revolutionär formte“, und betonte, dass er „ein neues Kapitel in der Geschichte der Insel aufgeschlagen“ habe. Estévez rief dazu auf, Castros Vermächtnis zu ehren, den „unumgänglichen Einsatz“ für das Land fortzuführen und die Einheit zu wahren. Auch Präsident Díaz-Canel äußerte sich zum Gedenken auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) und schrieb: „Fidel lebt unter uns. Wer daran zweifelt, soll lesen, sehen oder hören, wie sehr der Comandante en Jefe der kubanischen Revolution uns weiterhin durch die Unsterblichkeit seiner Ideen und die Kraft seines Vermächtnisses herausfordert.“ Kubas Außenminister Bruno Rodríguez ergänzte, dass Castros „Erbe von Würde, Souveränität, Antimperialismus und sozialer Gerechtigkeit für Kuba und die Völker der Welt in den aktuellen Generationen von Revolutionären weiterlebt“. Zugleich verwies er auf das laufende Gedenkprogramm „100 Años Con Fidel“, das bis zum 13. August 2026, dem hundertsten Geburtstag Castros, zahlreiche Feierlichkeiten vorsieht.
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Fidel Castro, geboren am 13. August 1926 in Birán im Osten Kubas, regierte das Land fast ein halbes Jahrhundert und gehörte zu den international bekanntesten und zugleich umstrittensten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Nach einer schweren Darmkrankheit übergab er 2006 die Macht an seinen Bruder Raúl Castro und verstarb am 25. November 2016 im Alter von 90 Jahren. Seine sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba.
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Castros politischer Aufstieg begann mit der Revolution, die am 1. Januar 1959 die Batista-Diktatur stürzte und Kuba in den Mittelpunkt globaler Aufmerksamkeit während des Kalten Krieges rückte. Unter seiner Führung entwickelte sich die Insel zu einem zentralen Akteur des internationalen Sozialismus und zu einem Symbol des Widerstands gegen imperialistische Einflüsse, insbesondere der Vereinigten Staaten.
Die Gedenkveranstaltung in Havanna spiegelte nicht nur die offizielle Würdigung wider, sondern auch die anhaltende Präsenz von Castros Ideen im politischen und gesellschaftlichen Leben Kubas. Vor allem junge Generationen sollen durch die Feierlichkeiten die Kontinuität der Revolution erfahren und eine Verbindung zur historischen Führung herstellen. Musik, Poesie und visuelle Medien dienten dabei als Mittel, um die politischen Errungenschaften und die persönliche Geschichte des Revolutionsführers lebendig zu vermitteln. Die Einbindung von Castros Reden und Videos zeigte, wie sehr die Regierung darauf setzt, sein Bild als prägende Figur der kubanischen Geschichte weiterzutragen. Die Social-Media-Kommunikation der Staatsführung, wie die Beiträge von Díaz-Canel und Rodríguez, verdeutlicht, dass Castros Einfluss nicht nur retrospektiv, sondern als aktives Element der aktuellen Politik und Ideologie Kubas verstanden wird. Mit Blick auf das Gedenkjahr 2026 wird das Vermächtnis Castros weiterhin zentral für die politische Rhetorik und die öffentliche Darstellung der Revolution sein. Die geplanten Feierlichkeiten sollen das nationale Bewusstsein stärken und die Bedeutung der Einheit und des Engagements für das sozialistische Modell betonen. Gleichzeitig bleibt Castros Person in der internationalen Diskussion kontrovers, wobei sein Lebenswerk zwischen Anerkennung für soziale Errungenschaften und Kritik an autoritären Strukturen bewegt diskutiert wird. Neun Jahre nach seinem Tod bleibt Fidel Castro in Kuba allgegenwärtig – sowohl als Symbol politischer Kontinuität als auch als ideologische Referenz. Die jüngste Gedenkveranstaltung in Havanna verdeutlichte, dass die Staatsführung weiterhin großen Wert darauflegt, die historischen Narrative der Revolution zu prägen und das Bild Castros als unvergessene nationale Leitfigur zu festigen.
Quelle: euronews/YouTube (https://t1p.de/955rv), Swissinfo/EFE (https://t1p.de/yeiyq)
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Text: Leon Latozke
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