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In Kuba haben unabhängige Organisationen zwei weitere Frauenmorde bestätigt. Damit steigt die Zahl der in diesem Jahr dokumentierten Fälle auf 20.
27.07.2025
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In Kuba sind zwei weitere Frauenmorde bestätigt worden. Nach Angaben der unabhängigen Plattformen Yo Sí Te Creo und Alas Tensas erhöht sich die Zahl der in diesem Jahr dokumentierten Fälle damit auf 20. Beide Organisationen erfassen seit Jahren Gewalttaten gegen Frauen und stützen sich dabei auf eigene Recherchen und verifizierte Meldungen.
Einer der aktuellen Fälle betrifft eine 29-Jährige aus Cienfuegos, die am vergangenen Dienstag mutmaßlich von ihrem Partner getötet wurde. Nach Medienangaben ereignete sich die Tat möglicherweise vor den Augen mindestens eines ihrer drei minderjährigen Kinder. Der zweite Fall betrifft eine 41-Jahrige aus Holguín, die bereits am 13. Juli auf offener Straße angegriffen und tödlich verletzt wurde. Auch ihre jüngste Tochter erlitt dabei schwere Verletzungen. Laut staatlichen Medien wurde der mutmaßliche Täter inzwischen festgenommen. Offizielle Statistiken belegen das Ausmaß der Gewalt: Nach Regierungsangaben wurden 2024 insgesamt 76 Frauen Opfer tödlicher Angriffe durch Partner, Ex-Partner oder andere Täter. Im Jahr zuvor registrierten die Gerichte 110 Fälle. Einen eigenen Straftatbestand für Femizid kennt das kubanische Recht bislang nicht. Yo Sí Te Creo und Alas Tensas fordern seit längerem konkrete staatliche Maßnahmen. Dazu zählt die Ausrufung eines nationalen Notstands wegen geschlechtsspezifischer Gewalt. Zudem verlangen sie ein transparentes, öffentlich zugängliches Register aller Fälle. Zwar arbeiten Generalstaatsanwaltschaft, Innenministerium und Oberster Gerichtshof derzeit an einer elektronischen Datenbank, diese soll jedoch nicht öffentlich einsehbar sein. Präsident Miguel Díaz-Canel betont offiziell eine Politik der „Nulltoleranz“ gegenüber Gewalt an Frauen. In den staatlichen Medien finden sich jedoch weiterhin nur vereinzelt Berichte zu dem Thema. Menschenrechtsorganisationen sehen darin zwar einen ersten Schritt, halten aber ohne rechtliche Reformen und verlässliche Daten eine wirksame Prävention für kaum möglich.
Quellen: Alas Tenas/X (https://t1p.de/apt72), EFE (https://t1p.de/apt72)
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Text: Leon Latozke
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