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Die kubanische Regierung unterstützt die Opfer des Hurrikans Melissa im Osten des Landes mit einem umfangreichen Hilfspaket. Betroffene Familien erhalten 50 % Rabatt auf Baumaterialien, um den Wiederaufbau ihrer beschädigten oder zerstörten Häuser zu erleichtern.
02.11.2025 06:30 Uhr
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Die kubanische Regierung hat beschlossen, die Hälfte der Kosten für Baumaterialien zu übernehmen, die an die vom Hurrikan Melissa betroffenen Familien verkauft werden. Die Maßnahme, die vom Ministerrat verabschiedet und in der Gaceta Oficial veröffentlicht wurde, soll den sozialen und wirtschaftlichen Schutz derjenigen sichern, deren Häuser durch den Wirbelsturm vollständig oder teilweise zerstört wurden.
Laut der Regierungsentscheidung erhalten die Betroffenen Zugang zu vergünstigten Baumaterialien, um den Wiederaufbau ihrer Häuser zu erleichtern. Haushalte mit unzureichenden Einkommen können zusätzlich Bankkredite oder staatliche Subventionen beantragen, um den verbleibenden Eigenanteil zu finanzieren. Damit reagiert die Regierung auf die massiven Zerstörungen, die der Hurrikan Anfang der Woche im Osten der Insel hinterlassen hat. Melissa war in den frühen Morgenstunden des vergangenen Mittwochs im Südosten Kubas auf Land getroffen und hatte die Insel nach rund sieben Stunden in nordöstlicher Richtung wieder verlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde und Regenmengen von bis zu 400 Millimetern pro Quadratmeter richtete der Sturm erhebliche Schäden an. Zwar meldeten die Behörden bislang keine Todesopfer, doch die vorläufige Bilanz des Ministeriums für Bauwesen (Micons) verdeutlicht das Ausmaß der Verwüstungen: Insgesamt seien 16.464 Gebäude betroffen, darunter 1.142 mit teilweisen Schäden. Besonders gravierend ist die Zahl der Totalschäden – 1.318 Häuser stürzten vollständig ein, 5.279 Dächer wurden komplett abgedeckt und weitere 8.666 teilweise beschädigt. Neben der Zerstörung zahlreicher Wohnhäuser meldeten die Behörden weitreichende Stromausfälle, unterbrochene Verkehrswege, Kommunikationsprobleme sowie schwere Überschwemmungen. Auch die Landwirtschaft habe erhebliche Einbußen erlitten, hieß es in den staatlichen Medien. Besonders betroffen ist der äußerste Osten des Landes, wo der Hurrikan mit voller Wucht auf die Provinzen Guantánamo und Holguín traf. Mit dem aktuellen Hilfspaket versucht die kubanische Regierung, kurzfristig die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken und gleichzeitig den Wiederaufbau anzustoßen. Die Finanzierung der Baumaterialien zur Hälfte durch den Staat soll verhindern, dass einkommensschwache Haushalte vom Wiederaufbauprozess ausgeschlossen werden. Wie lange die Maßnahme gilt und in welchem Umfang Materialien verfügbar sind, ließ die Regierung bislang offen. Eine umfassende Schadensbewertung durch nationale Behörden steht ebenfalls noch aus. Trotz der unvollständigen Bilanz zeichnet sich bereits ab, dass der Wiederaufbau Monate in Anspruch nehmen dürfte. Die Regierung steht vor der Herausforderung, die Folgen der Naturkatastrophe unter den Bedingungen einer angespannten wirtschaftlichen Lage zu bewältigen – mit Engpässen bei Baumaterialien, Energie und Devisen, die das Land seit Jahren belasten.
Quelle: Gaceta Oficial (https://t1p.de/qm2zm)
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Text: Leon Latozke
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