Neues aus Kuba
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07.03.3036 08:30 Uhr
Kuba zieht seine medizinische Brigade aus Jamaika ab, nachdem die Regierung in Kingston die Kooperation beendet hat. Über 30 Jahre hatten kubanische Fachkräfte Millionen Menschen behandelt, Operationen durchgeführt und Lebensretter geleistet. Der Schritt ist laut Havanna das Ergebnis des US-amerikanischen Drucks und hinterlässt eine Versorgungslücke.
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Die kubanische Regierung hat am Freitag (7.) den Rückzug ihrer medizinischen Fachkräfte aus Jamaika angekündigt. Hintergrund ist die Entscheidung der Regierung in Kingston, die langjährige medizinische Zusammenarbeit mit Kuba zu beenden. Laut offizieller Mitteilung sieht Havanna darin eine Folge des Drucks der Vereinigten Staaten, die die bilateralen Beziehungen auf diesem Gebiet maßgeblich beeinflusst haben sollen.
Die zurückgerufene Brigade bestand aus 277 kubanischen Fachkräften, die über Jahrzehnte hinweg einen messbaren Einfluss auf das jamaikanische Gesundheitssystem hatten. In den vergangenen 30 Jahren wurden laut kubanischem Außenministerium über 8,1 Millionen Patienten behandelt, mehr als 74.000 Operationen durchgeführt, über 7.000 Geburten betreut und rund 90.000 Menschenleben gerettet. Fast 25.000 Jamaikaner erhielten zudem eine verbesserte Sehkraft. Die Fachkräfte aus Kuba engagierten sich zudem bei der Malariaprävention, in der COVID-19-Pandemie und bei der Wiederherstellung von Krankenhäusern nach dem Hurrikan Melissa 2025. Havanna betont, dass diese Zusammenarbeit „unzählige Vorteile“ für die jamaikanische Bevölkerung gebracht habe und dass deren Abbruch eine signifikante Versorgungslücke hinterlasse. Die kubanischen Ärzte kehren mit der „Zufriedenheit der erfüllten Pflicht“ nach Hause zurück und betonen weiterhin ihre Bereitschaft, international solidarisch tätig zu sein. Die jamaikanische Regierung begründet den Schritt mit fehlenden Vereinbarungen über neue technische Kooperationsbedingungen. Der vorherige Vertrag war im Februar 2023 ausgelaufen, und beide Regierungen konnten sich offenbar nicht auf neue Rahmenbedingungen einigen. Laut Kuba sei Jamaika in dieser Entscheidung den Drucken aus Washington nachgegeben, während die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung in der Region weniger berücksichtigt würden. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Vertragskündigungen in der Karibik und Mittelamerika. In den vergangenen zwölf Monaten haben Länder wie Antigua und Barbuda, Bahamas, Grenada, Guyana und Trinidad und Tobago entweder ihre Vereinbarungen mit Kuba reduziert oder beendet. Grund dafür seien wiederholte US-amerikanische Forderungen, die kubanische medizinische Arbeit als „Zwangsarbeit“ brandmarken, wodurch die bilaterale Zusammenarbeit unter Druck geraten sei. Am Tag zuvor kehrte eine Gruppe von 172 kubanischen Ärzt:innen aus Honduras zurück, nachdem die Regierung des Landes entschieden hatte, den bestehenden Kooperationsvertrag nicht zu erneuern – ein Schritt, der laut kubanischer Seite ebenfalls auf den Einfluss der US-Regierung zurückzuführen sei. Die jüngsten Rückzüge unterstreichen die zunehmenden Spannungen zwischen Kuba und mehreren karibischen Staaten. Die Auswirkungen sind sowohl humanitär als auch wirtschaftlich spürbar: Gesundheitssysteme verlieren wertvolles Personal, und Kuba erleidet Einbußen bei Deviseneinnahmen. Langfristig könnten weitere Länder von ähnlichen Entscheidungen betroffen sein, was die Gesundheitsinfrastruktur in kleineren karibischen Staaten vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Die Bereitstellung medizinischer Fachkräfte ist seit Jahrzehnten eine der drei wichtigsten Einnahmequellen Kubas neben Tourismus und Geldüberweisungen aus dem Ausland. Über 600.000 Fachkräfte wurden seit den 1960er-Jahren in 165 Länder entsandt. Das System ist umstritten: Einerseits profitieren die Empfängerländer von qualifizierter Gesundheitsversorgung, andererseits wird die Praxis der Entsendung und der finanziellen Regelungen wiederholt kritisiert.
Quelle: EFE (https://t1p.de/kwciv)
Autor: Leon Latozke
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