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Russland droht mit der Lieferung von Atomwaffen nach Kuba und Venezuela. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Verteidigungsausschusses, Alexei Schurawljow, betont, dass die Waffen zur Abschreckung gegenüber den USA dienen könnten. Experten sehen Parallelen zur Kubakrise von 1962 und warnen vor einer weiteren Eskalation in der Region.
31.10.2025 09:51 Uhr
Abbildung: Symbolbild RS-24 auf MZKT-79221 von Vitaly V. Kuzmin, April 9th rehearsal in Alabino of 2014 Victory Day Parade (558-56), CC BY-SA 4.0
Ein hochrangiger russischer Parlamentsabgeordneter hat die Möglichkeit einer Lieferung von Atomwaffen nach Kuba oder Venezuela offen ins Gespräch gebracht. Alexei Schurawljow, stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, erklärte am Donnerstag in einem Interview mit News.Ru, Russland müsse seine bisher „zurückhaltende“ Haltung überdenken und gezielt Staaten unterstützen, die gegen die Vereinigten Staaten operieren. Mit den als potenziellen Empfängern genannten Ländern wolle Moskau sich in der Nähe seines „geopolitischen Hauptgegners“ positionieren – offenbar eine Anspielung auf die USA.
Schurawljow betonte, Russland verfüge über eine breite Palette von Atomwaffen, darunter Hyperschallraketen des Typs Oreschnik, nuklearbetriebene Unterwasserfahrzeuge wie Poseidon und andere moderne Systeme. Im Falle einer Konfrontation könnten diese eingesetzt werden, warnte der Abgeordnete. Für ihn ist Besonnenheit angesichts des Ukraine-Kriegs keine Option; Russland müsse entschlossen handeln, um westliche Staaten unter Druck zu setzen. Die Drohungen rufen Erinnerungen an die Kubakrise von 1962 wach, als die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba die USA an den Rand eines Nuklearkriegs brachte. Damals reagierten die Vereinigten Staaten mit einer Blockade gegen Kuba und der Stationierung eigener Atomwaffen in der Türkei. Analysten der US-amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) sehen in den jüngsten Äußerungen Schurawljows einen bewussten Versuch, historische Ängste zu reaktivieren und die USA einzuschüchtern. Parallel versucht Moskau militärische Schlagkraft zu demonstrieren. Präsident Wladimir Putin hatte am 29. Oktober die Erprobung des nuklearbetriebenen unbemannten Unterwasserfahrzeugs Poseidon bekanntgegeben. Nach Einschätzung des ISW sollen solche Demonstrationen die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Partner zu politischen Zugeständnissen im Ukraine-Konflikt bewegen. Putins Rhetorik ziele darauf ab, Stärke zu projizieren und westliche Staaten unter Druck zu setzen. Auch Belarus wird in die russische Strategie eingebunden. Laut belarussischer Regierungssprecherin Natalya Eismont soll das Hyperschallraketensystem Oreschnik im Dezember 2025 in Dienst gestellt werden. Kremlsprecher Dmitri Peskow begründete dies mit „russophoben Äußerungen“ und „militaristischer Hysterie“ europäischer Staaten. Schurawljow unterstrich, dass die Stationierung in Belarus nicht primär auf eine Annäherung an Europa abziele, sondern Teil einer generellen Strategie sei, die USA und deren Verbündete unter Druck zu setzen. Die wiederholten nuklearen Drohungen und die explizite Nennung Kubas und Venezuelas verdeutlichen eine Verschärfung der russischen Außenpolitik. Russland signalisiert damit, dass es bereit ist, seine nuklearen Kapazitäten als strategisches Druckmittel einzusetzen – auch geografisch nahe am US-Territorium. Für Kuba und Venezuela bedeutet dies eine neue politische Belastung. Beide Staaten stehen traditionell in enger Verbindung zu Russland, und eine mögliche Stationierung von Atomwaffen auf ihrem Territorium würde sie in den Fokus globaler Sicherheitsdebatten rücken. Die US-Regierung reagierte bisher zurückhaltend, doch Analysten erwarten, dass Washington die Entwicklungen genau verfolgen wird, um frühzeitig Gegenmaßnahmen zu koordinieren. Angesichts der anhaltenden Spannungen im Ukraine-Konflikt, der fortgesetzten russischen Militärübungen und der offenen Drohungen gegenüber den USA könnten die kommenden Wochen entscheidend für die strategische Positionierung Moskaus sein. Ob tatsächlich Atomwaffen nach Kuba oder Venezuela geliefert werden, bleibt unklar. Klar ist jedoch, dass Russland mit diesen Äußerungen die geopolitische Nervosität in Lateinamerika und darüber hinaus erhöht hat.
Quelle: News.ru (https://t1p.de/m0gqd)
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Text: Leon Latozke
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