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Tausende Kubaner sollen nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes in Russland als Söldner im Krieg gegen die Ukraine kämpfen. Kyiv spricht von rund 20.000 Rekruten, angelockt durch vergleichsweise geringe Löhne und teils durch Täuschung angeworben. Viele überleben nur wenige Monate an der Front, Angehörige bleiben ohne Unterstützung zurück.
20.09.2025 08:45 Uhr
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Nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes beteiligt sich eine ungewöhnlich große Zahl von Kubanern am Krieg Russlands gegen die Ukraine. Demnach sollen inzwischen zehntausende Bürger der Karibikinsel als Söldner für Moskau kämpfen – angelockt durch vergleichsweise geringe Zahlungen, in manchen Fällen aber offenbar auch unter Zwang.
Andrij Jussow, Sprecher der ukrainischen Militäraufklärung, erklärte in einer Unterrichtung von US-Abgeordneten, mindestens 20.000 Kubaner hätten in den vergangenen Monaten den Weg nach Russland gefunden. Sowohl Männer als auch Frauen seien unter Vertrag genommen worden. Kuba sei mittlerweile „ganz oben auf der Liste“ jener Staaten, aus denen Russland ausländische Söldner rekrutiere. Nach Angaben Kyivs geschieht dies nicht in allen Fällen freiwillig. Viele Angeworbene unterschrieben Verträge, die sie nicht verstünden, weil sie nur in russischer Sprache vorlägen. Sprachprobleme erschwerten zudem die militärische Ausbildung und den Einsatz im Gefecht. In einigen Fällen sollen Kämpfer nach Ablauf ihres Vertrages gegen ihren Willen festgehalten worden sein. Als Hauptmotiv gilt der Verdienst. Im Durchschnitt erhalten kubanische Rekruten demnach rund 2.000 US-Dollar im Monat – eine Summe, die in Kuba angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise und Versorgungsengpässe beträchtlich ist, auch wenn sie in internationalen Maßstäben niedrig erscheint. Die Überlebenschancen an der Front seien jedoch gering. Laut ukrainischen Informationen werden viele Ausländer in besonders verlustreiche Einheiten geschickt. Dort liege die durchschnittliche Einsatzdauer bei nur vier bis fünf Monaten. Offiziell bestätigt sind bisher 39 gefallene Kubaner, doch gehen die ukrainischen Dienste von weitaus höheren Opferzahlen aus. Viele werden als vermisst geführt. Individuelle Schicksale Einzelne Fälle illustrieren die Problematik. So berichtete Jussow von einer Frau aus Kuba, deren Mann seit Anfang 2025 verschollen ist. Da er nicht offiziell als gefallen gilt, erhält sie weder von russischer noch von kubanischer Seite finanzielle Unterstützung. Andere Kämpfer beklagten schriftlich, dass sie trotz abgelaufener Verträge nicht entlassen würden oder monatelang keinen Sold erhalten hätten. Neu ist zudem, dass mittlerweile auch kubanische Frauen rekrutiert werden. Ukrainische Geheimdienste präsentierten Verträge, die den Einsatz einer ersten Frau dokumentieren sollen. Für Russland ist die Anwerbung kubanischer Söldner gleich in mehrfacher Hinsicht nützlich. Stirbt ein Ausländer, entfallen staatliche Entschädigungszahlungen, zudem gibt es keine unzufriedenen Angehörigen im eigenen Land. Gleichzeitig lässt sich mit den Kämpfern aus Kuba ein Bild internationalen Rückhalts für den Krieg zeichnen. Und nicht zuletzt gilt die Rekrutierung von Kubanern als kostengünstiger als die Verpflichtung russischer Soldaten. Die Entwicklungen machen deutlich, wie sehr die wirtschaftliche Lage der Insel Einfluss auf globale Konflikte nimmt. Kuba leidet seit Monaten unter einer schweren Energie- und Versorgungskrise, mit Stromausfällen, Treibstoffmangel und wachsender Armut. Für viele Kubaner erscheint die Teilnahme am Krieg daher als riskanter, aber lukrativer Ausweg.
Quellen: Mario Diaz-Belart (https://t1p.de/xwtgk), MSN (https://t1p.de/62kso), Euromaidan (https://t1p.de/3zso6)
Autor: Leon Latozke
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