Neues aus Kuba
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11.05.2026 08:00 Uhr
Kubaner und Amerikaner haben eine lange Geschichte, die vor der Gründung der USA beginnt. Heute leben Millionen Menschen in den USA, die kubanische Wurzeln haben. Das Pew Research Center liefert in einer Untersuchung überraschende Fakten über kubanischstämmige US-Amerikaner.
Die Beziehungen zwischen Kubanern und Amerikanern reichen weiter zurück als die Gründung der Vereinigten Staaten selbst. Bereits im 16. Jahrhundert waren Kuba und Florida spanische Kolonien. In den vergangenen 70 Jahren jedoch waren es vor allem politische Umbrüche und wirtschaftliche Notlagen auf der Insel, die Kubaner in mehreren Wellen in die USA trieben – ein Exodus, der mit der Revolution von 1959 seinen Anfang nahm. Heute leben Millionen Menschen in den USA, die ihre Wurzeln auf Kuba haben. Eine aktuelle Analyse des Pew Research Center zeichnet ein detailliertes Bild dieser Bevölkerungsgruppe. Demnach sind Kubaner mit 2,9 Millionen Menschen die drittgrößte hispanische Herkunftsgruppe in den USA, nach Mexikanern und Puertoricanern. Dies entspricht einem Anstieg von 23 Prozent seit 2019 – ein Wachstum, das deutlich über dem der Mexikaner und Puertoricaner liegt, die im selben Zeitraum nur um jeweils fünf Prozent zulegten. Allerdings fällt das Plus geringer aus als bei vielen anderen Gruppen aus Lateinamerika, etwa Venezolanern (119 Prozent), Kolumbianern (43 Prozent) oder Honduranern (37 Prozent).
Mehr als die Hälfte der Kubaner in den USA – 57 Prozent oder 1,7 Millionen – sind im Ausland geboren, also selbst eingewandert. Dieser hohe Anteil spiegelt die anhaltende Zuwanderung über die Jahrzehnte hinweg wider, die auch in jüngster Zeit noch beträchtlich ist. Die Einwanderung aus Kuba verlief dabei in wellenförmigen Bewegungen: Nach der Revolution kamen in den 1960er Jahren eine Viertelmillion Kubaner in die USA, eine weitere Viertelmillion folgte in den 1970ern. In den 1980er Jahren setzte sich der Zustrom fort, unter anderem durch die monatelange Mariel-Bootskrise, in deren Verlauf 125.000 Kubaner das Land verließen, getrieben von politischen Unruhen und wirtschaftlichem Niedergang. Mitte der 2000er Jahre stiegen die Einwanderungszahlen erneut an und blieben bis zur COVID-19-Pandemie hoch. Ein dramatischer Schub erfolgte ab 2022, als die Regierung von Präsident Joe Biden die Bestimmungen für kubanische Einwanderer änderte. Die US-Einwanderungspolitik gegenüber Kubanern hat sich im Laufe der Jahrzehnte grundlegend gewandelt. Seit den 1960er Jahren wurden fast alle Kubaner legal aufgenommen, viele von ihnen als Flüchtlinge. Später kamen sie unter der sogenannten „Wet Foot, Dry Foot“-Regelung ins Land, die es Kubanern, die ohne Visum US-Boden erreichten, erlaubte, zu bleiben und einen legalen Status zu beantragen. Präsident Barack Obama beendete diese Praxis im Januar 2017 im Zuge seiner Bemühungen um diplomatische Beziehungen zu Kuba. Seitdem unterliegen Kubaner weitgehend den gleichen Regelungen wie andere Einwanderer. Die Folge dieser Politikänderung: Die Zahl der Kubaner ohne legalen Aufenthaltsstatus in den USA ist sprunghaft angestiegen. Während es vor 2017 praktisch keine illegalen Einwanderer von der Insel gab, lebten nach aktuellen Schätzungen im Juli 2023 bereits 475.000 Kubaner ohne legalen Status in den USA. Mindestens 250.000 weitere kamen bis Ende 2024 hinzu. Unter Biden genoss die Mehrheit dieser Migranten zeitweiligen Schutz vor Abschiebung, etwa durch das CHNV-Parole-Programm für Kubaner, Haitianer, Nicaraguaner und Venezolaner oder durch Sonderregelungen an der Südwestgrenze. Die Regierung von Präsident Donald Trump stellte das CHNV-Programm im Jahr 2025 jedoch ein und beendete oder versuchte, andere Programme zu beenden, die vorübergehenden Schutz boten. Historisch betrachtet neigen Kubaner stärker als Hispanics insgesamt dazu, sich mit den Republikanern zu identifizieren. Diese Unterstützung hat jedoch zeitweise nachgelassen. In einer Umfrage des Pew Research Center vom Oktober 2025 sprachen sich kubanischstämmige Amerikaner zwar häufiger als andere Hispanics für den Ansatz der Trump-Regierung in der Einwanderungspolitik aus (40 gegenüber 21 Prozent). Die Sorge, selbst oder jemand in ihrem Umfeld könnte abgeschoben werden, war unter ihnen jedoch ähnlich verbreitet (47 gegenüber 52 Prozent). Florida ist das mit Abstand wichtigste Siedlungsgebiet: Rund sechs von zehn Kubanern – 61 Prozent oder 1,8 Millionen – leben dort. Keine andere hispanische Herkunftsgruppe ist derart stark auf einen einzigen Bundesstaat konzentriert. Acht Prozent der Kubaner leben in Texas (225.000), je etwa drei Prozent in Kalifornien (99.000), New Jersey (98.000) und New York (85.000). Besonders hervorzuheben ist die Metropolregion Miami: 42 Prozent aller Kubaner in den USA, rund 1,2 Millionen Menschen, leben dort oder im Umland. Weitere 177.000 leben im Großraum Tampa. Außerhalb Floridas sind die nächstgrößeren kubanischen Gemeinschaftenin den USA in den Metropolregionen New York City (153.000) und Houston (107.000) zu finden. Insgesamt wohnen 94 Prozent der US-Kubaner in städtischen Ballungsräumen, ein weitaus höherer Anteil als bei der Gesamtbevölkerung (79 Prozent). Mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahren sind Kubaner die älteste hispanische Herkunftsgruppe in den USA. Dies entspricht genau dem Medianalter der gesamten US-Bevölkerung, liegt aber deutlich über dem aller Hispanics (30,2 Jahre). Ursächlich sind sowohl die älteren Einwanderer, die von der Insel kommen, als auch die vergleichsweise niedrige Geburtenrate unter Kubanern in den USA. Beim Bildungsniveau zeigen sich Unterschiede je nach Geburtsort: Im Ausland geborene Kubaner haben seltener einen Hochschulabschluss als der Durchschnittsamerikaner, während in den USA geborene Kubaner überdurchschnittlich häufig einen Bachelor-Abschluss oder höher vorweisen können. Insgesamt haben elf Prozent der Kubaner ab 25 Jahren einen Graduiertenabschluss (gegenüber 15 Prozent aller US-Erwachsenen), 33 Prozent mindestens einen Bachelor (gegenüber 37 Prozent). 16 Prozent der Kubaner haben keinen High-School-Abschluss – ein Anteil, der mit zehn Prozent in der Gesamtbevölkerung deutlich niedriger liegt.
Quelle: Pewresearch (https://is.gd/oa9vqf)
Autor: Leon Latozke
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