Neues aus Kuba
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04.08.2026 09:00 Uhr
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Zum siebten Mal in diesem Jahr fiel in Kuba flächendeckend der Strom aus – bei brütender Sommerhitze suchen immer mehr Havanneser Kühlung auf der berühmten Uferpromenade, weil zu Hause nichts mehr geht.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: YouTube Video. Rechte beim Uploadenden.
Alexey Ríos García wachte am Montag nicht in seinem Bett auf, sondern auf dem Beton der Malecón, Havannas berühmter Uferpromenade. Der 30-jährige Bauarbeiter gehörte zu den vielen Kubanern, die laut AP-Bericht während des jüngsten landesweiten Stromausfalls dort Zuflucht vor der erdrückenden Sommerhitze suchten.
Der Blackout in der Nacht auf Sonntag war bereits der siebte flächendeckende Ausfall seit Jahresbeginn – seit die US-Regierung unter Trump Kuba im Januar effektiv von Öllieferungen abschnitt, seiner wichtigsten Energiequelle. Der Schritt stürzte das ohnehin von Krisen geplagte Land in einen freien Fall. Zwar erklärten die Behörden am Montag, an der Wiederherstellung der Stromversorgung zu arbeiten, doch weite Teile der Insel blieben weiter ohne Elektrizität. Ríos García zeigte sich resigniert: Er rechne bereits mit dem nächsten Kollaps – und der nächsten Nacht auf der Promenade, mit einem Stück gelbem Schaumstoff als Kissen. Die wiederkehrenden Ausfälle in Kombination mit der Hitze haben laut dem Bericht zu einer Art kollektiver Schlaflosigkeit auf der Insel geführt. Manche verbringen die Nächte auf Balkonen oder Veranden, andere direkt am Meer. Am Tag des jüngsten Blackouts kletterte die gefühlte Temperatur durch die hohe Karibik-Luftfeuchtigkeit auf über 40 Grad Celsius. Mehrere Ausfälle seit März
Der jüngste landesweite Zusammenbruch folgte auf großflächige Stromausfälle in West-Kuba, darunter Pinar del Río, Matanzas und Havanna. Die Energiebehörden meldeten zwei landesweite Netzkollapse im März und drei im Juli, dazu zahlreiche regionale Ausfälle.
Die rollierenden Blackouts dauern mittlerweile über 20 Stunden täglich. Das Beschaffen von Benzin und Grundnahrungsmitteln wird zur Tagesaufgabe, Lebensmittel wie Tiefkühlhähnchen verderben in den Kühlschränken. Der einst florierende Tourismussektor ist eingebrochen, der öffentliche Nahverkehr in Havanna faktisch zusammengebrochen. Krankenhäuser installieren Solarpanels, um überhaupt noch Strom zu haben. Trotz jahrzehntelanger Erfahrung mit dem US-Embargo und wiederkehrenden Engpässen wächst die Hoffnungslosigkeit unter den verbliebenen Kubanern. Die 30-jährige Sportlehrerin Elaine Delis Ramos, die mit ihrer Familie auf einer Decke am Malecón übernachtete, brachte es gegenüber AP auf den Punkt: Kaum hoffe man, dass das Netz diesmal standhalte, breche es erneut zusammen – eine Lösung sei nicht in Sicht.
Quelle: AP/The Hill
Autor: Leon Latozke
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