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Wegen akuter Treibstoffengpässe haben die kubanischen Bischöfe ihre für Februar geplante „Ad-limina“-Reise in den Vatikan abgesagt. Papst Leo XIV. rief zuletzt zu einem „aufrichtigen und wirksamen Dialog“ zwischen beiden Ländern auf.
11.02.2026 17:50 Uhr
Die für Februar geplante Reise der kubanischen Bischöfe in den Vatikan ist kurzfristig abgesagt worden. Wie vatikanische Quellen der Nachrichtenagentur EFE am 11. Februar mitteilten, könne die Visite „unter den aktuellen Bedingungen“ nicht stattfinden – ein Hinweis auf die gravierenden Treibstoffprobleme auf der Karibikinsel.
Vorgesehen war die traditionelle „Ad-limina“-Visite zwischen dem 16. und 20. Februar. Diese turnusmäßigen Besuche führen die Bischofskonferenzen weltweit alle fünf Jahre nach Rom und beinhalten üblicherweise auch eine Audienz beim Papst. Im konkreten Fall war ein Treffen mit Papst Leo XIV. geplant. Papst Leo XIV. hatte sich bereits am 1. Februar besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Kuba und den USA geäußert. Nach dem Angelus-Gebet rief er beide Länder zu einem „aufrichtigen und wirksamen Dialog“ auf, um Gewalt und weiteres Leid für die kubanische Bevölkerung zu verhindern. Zugleich stellte er sich hinter eine Stellungnahme der kubanischen Bischöfe. Die Katholische Bischofskonferenz Kubas (COCC) hatte zuvor ihre „tiefe Sorge“ über die wirtschaftliche und soziale Lage des Landes zum Ausdruck gebracht. Sie sprach von einer Verschärfung der Krise und mahnte strukturelle Veränderungen an. „Kuba braucht Veränderungen, und sie sind immer dringlicher, aber es braucht keinesfalls mehr Angst oder Schmerz“, hieß es in der Erklärung. Die Treibstoffengpässe verschärfen eine ohnehin gravierende wirtschaftliche Krise. Nach unterschiedlichen Schätzungen ist das Bruttoinlandsprodukt der Insel in den vergangenen Jahren um mehr als 15 Prozent geschrumpft. Hinzu kommen Versorgungsengpässe bei Grundgütern, langanhaltende tägliche Stromausfälle, eine hohe Inflation, eine partielle Dollarisierung der Wirtschaft sowie eine anhaltend starke Auswanderung. Der abgesagte Besuch galt im Vorfeld als politisch bedeutsam. Beobachter hatten erwartet, dass der Austausch zwischen den kubanischen Bischöfen und dem Papst zu einer abgestimmten Haltung gegenüber der innenpolitischen Entwicklung und den Spannungen mit den USA beitragen könnte. Stattdessen steht nun die Energiekrise erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit – mit direkten Auswirkungen bis in die Beziehungen zwischen Havanna und dem Vatikan.
Quelle: Domradio (https://t1p.de/r37de)
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