Neues aus Kuba
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26.07.2026 09:00 Uhr
Acht Stunden Aufstieg für eine klare Botschaft: Auf Deutschlands höchstem Gipfel wehten am Wochenende die kubanische Flagge und ein Transparent mit der Aufschrift „Hands Off Cuba!“
Acht Stunden Aufstieg, dann ein Banner mit der Aufschrift "Hands Off Cuba!" – am Wochenende (25.) haben acht Aktivisten auf dem Gipfel der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, ein politisches Zeichen gesetzt. Neben dem Transparent hissten sie auch die kubanische Flagge, symbolischer Gruß an ein Land, das nach eigenen Angaben der Organisatoren unter einem "Wirtschaftskrieg" der Vereinigten Staaten leidet.
Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Einen Tag vor dem 26. Juli, dem kubanischen Nationalfeiertag, mit dem an den Angriff auf die Moncada-Kaserne im Jahr 1953 erinnert wird. Damals, unter der von den USA gestützten Batista-Diktatur, scheiterte der Sturm auf die Kaserne militärisch – gilt aber bis heute als symbolischer Auftakt des bewaffneten Kampfes, der 1959 mit dem Sieg der Revolutionäre um Fidel Castro endete. In Kuba selbst waren die Tage rund um den Jahrestag für weite Teile der arbeitenden Bevölkerung arbeitsfrei erklärt worden, begleitet von Gedenkveranstaltungen und kulturellen Programmen im ganzen Land. Auf dem Gipfel nahmen die Bergsteiger nach eigenen Angaben direkten Kontakt nach Havanna auf: Sie sprachen mit Rigoberto Zarza, der beim Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) für die Beziehungen zu Europa zuständig ist. Die Aktion war eingebettet in einen größeren Rahmen – für Sonntag wurden nach Angaben der Veranstalter weitere, ähnliche Solidaritätsaktionen in Deutschland und Österreich erwartet. Für die Beteiligten war es keine spontane Aktion, sondern Teil einer längeren politischen Verbindung: Ein Großteil der Gruppe hatte zuvor über längere Zeiträume am Jugendaustauschprojekt "Tamara Bunke" teilgenommen, das seit 2013 den kulturellen Austausch zwischen jungen Menschen in Kuba und Deutschland fördert. Die Zugspitze hat für die Kuba-Solidaritätsszene bereits Symbolwert. Schon 2013 war der Gipfel Schauplatz einer politischen Aktion – damals ging es um die sogenannten "Cuban Five", fünf Kubaner, die in den USA jahrelang inhaftiert waren. Sie hatten nach kubanischer Darstellung rechtsgerichtete Exilgruppen in Miami infiltriert und kubanische Behörden vor geplanten Anschlägen gewarnt. Nach ihrer Festnahme 1998 saßen sie in US-Haft, bis die letzten von ihnen 2014 nach Kuba zurückkehren konnten. Verschärfte Sanktionslage als Hintergrund
Die aktuelle Aktion fällt in eine Phase, in der sich die wirtschaftliche Lage Kubas weiter zuspitzt. Seit Jahresbeginn erreichte nur ein einzelner Öltanker die Insel – eine drastische Verknappung, die praktisch alle Wirtschaftsbereiche betrifft, von der Stromversorgung bis zum Transportwesen. Erst in den vergangenen Tagen sind die US-Sanktionen weiter verschärft worden, unter anderem mit neuen Maßnahmen, die den kubanischen Gesundheitssektor treffen.
Die seit über 65 Jahren bestehende US-Blockade gegen Kuba ist damit erneut Gegenstand internationaler Kritik: Erst Anfang Juli hatte eine Solidaritätsveranstaltung in Berlin nach Angaben der Organisatoren tausende Besucher angezogen, wenige Tage zuvor gab es eine vergleichbare Aktion in der spanischen Region Asturien. International sorgte zudem für Aufsehen, dass US-Behörden nach Berichten gegen mehr als 140 Kuba-Solidaritätsorganisationen in den Vereinigten Staaten selbst ermitteln sollen. Die Zugspitz-Aktion reiht sich damit in eine Serie von Solidaritätsbekundungen ein, die sich seit Monaten häufen – von Berlin über Spanien bis in die bayerischen Alpen. Ob sich daraus politischer Druck auf die US-Sanktionspolitik entwickelt, bleibt offen. Für die Aktivisten auf dem Gipfel war der symbolische Akt selbst bereits das zentrale Anliegen: Sichtbarkeit für ein Thema zu sch Autor: Leon Latozke
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