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Kuba erlebt derzeit eine schwere Gesundheitskrise: Mehr als 47.000 Menschen sind mit Dengue oder Chikungunya in stationärer Behandlung. Besonders besorgniserregend ist die hohe Zahl schwer erkrankter Patientinnen und Patienten, darunter Minderjährige auf Intensivstationen.
20.11.2025 09:22 Uhr
Kuba steht aktuell vor einer schweren Gesundheitskrise: Mehr als 47.000 Menschen sind derzeit auf der Karibikinsel mit Symptomen von Dengue oder Chikungunya in stationärer Behandlung. Dies geht aus Angaben des nationalen Epidemiologie-Direktors Francisco Durán hervor, der die Situation auf dem staatlichen Fernsehsender schilderte. Die Zahl der Betroffenen hat sich damit mehr als verdoppelt gegenüber den zuvor gemeldeten 20.000 Fällen. Zum ersten Mal bezeichnete die kubanische Regierung den Ausbruch dieser beiden durch Stechmücken übertragenen Krankheiten offiziell als „Epidemie“.
Allein am Dienstag meldete das Gesundheitssystem 1.706 neue Verdachtsfälle, wovon 3.226 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen wurden. Durán präzisierte, dass 84,1 Prozent der stationären Behandlungen auf ambulante Versorgung zu Hause entfallen. Die Zahl der Chikungunya-Patienten, die ernsthafte medizinische Betreuung benötigen, liegt bei 126; darunter befinden sich mehrere in kritischem Zustand auf Intensivstationen, darunter 19 Minderjährige. Die Erkrankungen äußern sich typischerweise durch hohes Fieber und starke Gelenkschmerzen, was die Situation für das Gesundheitssystem besonders belastend macht.
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Durán wies darauf hin, dass die offiziellen Zahlen das tatsächliche Ausmaß der Infektionen nicht vollständig widerspiegeln. Viele Erkrankte suchen keinen medizinischen Rat, und es mangelt an ausreichenden Testkapazitäten, um alle Fälle virologisch zu bestätigen. In der Praxis erfolgt die Diagnose überwiegend symptomatisch. Zwischen dem 11. Oktober und dem 1. November wurden 15.590 neue Chikungunya-Fälle registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Erkrankten im laufenden Jahr auf 20.062, was einer kumulativen Inzidenz von 183,43 Fällen pro 100.000 Einwohner entspricht. Damit verzeichnet Kuba die höchste Rate in ganz Amerika, deutlich vor Brasilien (112,07) sowie vor dem karibischen Durchschnitt (43,53) und dem gesamten Kontinent (26,00). Die Möglichkeiten zur Prävention und Kontrolle der Ausbreitung der Viruserkrankungen sind durch die anhaltende Wirtschaftskrise stark eingeschränkt. Wichtige Maßnahmen wie großflächige Mückenbekämpfung und ausreichende Testkapazitäten sind nur begrenzt verfügbar. Auch die medizinische Versorgung der Betroffenen wird dadurch zusätzlich belastet. Die kubanischen Behörden betonen, dass die Situation eine erhebliche Herausforderung für das öffentliche Gesundheitssystem darstellt, das unter den aktuellen ökonomischen Bedingungen nur eingeschränkt reagieren kann. Die Epidemie verdeutlicht die Verwundbarkeit der Karibikinsel gegenüber Infektionskrankheiten und die enge Verknüpfung von Gesundheit, Präventionsinfrastruktur und wirtschaftlicher Stabilität. Internationale Organisationen wie die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) beobachten die Entwicklung mit Besorgnis und warnen vor einer weiteren Zunahme der Infektionen in den kommenden Wochen. Autor: Leon Latozke
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