Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Die kubanische Regierung meldet nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa massive Schäden: Über 45.000 Häuser und zahlreiche öffentliche Einrichtungen wurden beschädigt, mehr als 120.000 Menschen befinden sich noch in Evakuierungsunterkünften. Wie offizielle Stellen betonen, sind trotz der schweren Verwüstungenkeine Todesopfer zu beklagen seien – ein Ergebnis der frühzeitigen Evakuierungen und des koordinierten Krisenmanagements.
04.11.2025 06:00 Uhr
![]()
Mehr als 45.000 Wohnhäuser sind in Kuba durch den Hurrikan Melissa beschädigt worden, der am vergangenen Mittwoch den Osten der Insel mit voller Wucht getroffen hat. wie die Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Angaben der kubanischen Präsidentschaft berichtete, handelt es sich um vorläufige Zahlen, die das Ausmaß der Zerstörung in mehreren Provinzen verdeutlichen. Während in Nachbarstaaten wie Jamaika, Haiti und den Bahamas Todesopfer zu beklagen sind, blieb Kuba bislang von Verlusten an Menschenleben verschont – eine Bilanz, die im Land selbst als Erfolg der organisierten Evakuierungen gewertet wird.
Insgesamt rund 120.000 Menschen befinden sich derzeit noch in staatlichen Evakuierungszentren oder bei Verwandten, wie der Nationale Verteidigungsrat, Kubas oberstes Krisenmanagementgremium, mitteilte. Besonders schwer betroffen ist die Provinz Granma. Dort führte das Hochwasser des Río Cauto – des wasserreichsten Flusses des Landes – zu massiven Überschwemmungen, die laut Gouverneurin Yanetsy Terry mittlerweile leicht zurückgehen. Ganze Ortschaften standen tagelang unter Wasser, Straßen und Brücken wurden beschädigt oder zerstört. Auch die Schäden an der öffentlichen Infrastruktur sind erheblich. Nach Regierungsangaben wurden 1.552 Bildungseinrichtungen in Mitleidenschaft gezogen. Etwa 200 davon konnten bereits instand gesetzt werden, doch viele Schulen dienen weiterhin als Notunterkünfte für Evakuierte. Bildungsministerin Naima Ariatne Trujillo kündigte daher an, dass der Unterricht „asymmetrisch“ wieder aufgenommen werde – je nach regionaler Lage und vorhandenen Alternativen. Das Gesundheitswesen ist ebenfalls stark betroffen. 461 Einrichtungen – darunter Krankenhäuser, Polikliniken, Arztpraxen und Apotheken – meldeten Schäden. Der Wiederaufbau dürfte Wochen dauern. Besonders in ländlichen Regionen haben Überschwemmungen medizinische Versorgungsstrukturen lahmgelegt und Transportwege unpassierbar gemacht. Der Energiesektor arbeitet unter Hochdruck am Wiederaufbau des Stromnetzes. In der Provinz Las Tunas konnte die Stromversorgung nach Angaben von Energieminister Vicente de la O Levy bereits zu 94,5 Prozent wiederhergestellt werden. In Holguín liegt die Quote jedoch erst bei 40,5 Prozent, in Granma bei 58,7 Prozent und in Guantánamo bei 50,4 Prozent. In vielen Gemeinden wird der Strom weiterhin stundenweise rationiert, um Reparaturarbeiten zu ermöglichen. Auch die Landwirtschaft hat erhebliche Verluste erlitten. Nach vorläufigen Erhebungen sind 78.700 Hektar Anbauflächen beschädigt, davon mehr als die Hälfte mit Bananen bepflanzt. Die schweren Regenfälle zerstörten zudem Bewässerungssysteme, lagerten Sedimente auf Feldern ab und führten zu Erdrutschen in bergigen Regionen. Fachleute warnen vor einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensmittelversorgung in den kommenden Monaten, da insbesondere Grundnahrungsmittel wie Reis, Maniok und Kochbananen betroffen sind. Melissa hatte Kuba am Mittwoch über einen Zeitraum von sieben Stunden heimgesucht. Der Hurrikan erreichte dabei Kategorie 3 auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde. In einigen Gebieten fielen bis zu 400 Millimeter Regen – das entspricht 400 Litern pro Quadratmeter. Die extremen Niederschläge führten zu Überflutungen, überlaufenden Stauseen und Erdrutschen, die ganze Stadtviertel unbewohnbar machten. Obwohl die Regierung nach eigenen Angaben schnell auf die Katastrophe reagierte, dürfte die Wiederherstellung der betroffenen Regionen Monate dauern. Der Nationale Verteidigungsrat kündigte an, Priorität auf den Wiederaufbau von Wohnhäusern, Schulen und Gesundheitseinrichtungen zu legen. Auch internationale Hilfe wird geprüft, insbesondere für den Wiederaufbau von Infrastruktur und die Versorgung der Landbevölkerung.
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |