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Der kubanische Pass bleibt eines der am wenigsten reisefreundlichen Dokumente weltweit. Laut dem aktuellen Henley Passport Index ermöglicht er visumfreien Zugang zu nur 60 Ländern und rangiert damit auf Platz 76 von 99.
25.07.2025
Der kubanische Pass gehört weiterhin zu den schwächsten Reisedokumenten weltweit. In der aktuellen Ausgabe des Henley Passport Index belegt Kuba Rang 76 von 99 gelisteten Ländern. Inhaber eines kubanischen Passes können demnach lediglich 60 Staaten ohne vorherige Visumbeantragung bereisen. Damit befindet sich das Land auf einer Stufe mit international isolierten Staaten wie Libyen, Nordkorea und Haiti.
Zu den wenigen Ländern, in die Kubaner derzeit ohne Visum reisen können, zählen unter anderem Russland, Belarus, Serbien, Gambia, Katar, Singapur, Malaysia, Kenia, Dominica, Grenada, St. Vincent und die Grenadinen, Barbados sowie weitere karibische und einige afrikanische Staaten. Innerhalb Lateinamerikas ermöglichen etwa Guyana, Nicaragua und Antigua und Barbuda visumfreien Zugang. In der EU hingegen ist eine visafreie Einreise für kubanische Staatsbürger nicht möglich. Als Hauptursache für die geringe internationale Mobilität kubanischer Staatsbürger gelten eine Kombination aus diplomatischer Isolation, fehlenden bilateralen Abkommen und einer weltweit verbreiteten Skepsis gegenüber der politischen Stabilität und den Migrationsbewegungen der Insel. Während andere Länder durch gezielte Außenpolitik und internationale Kooperationen den Zugang für ihre Bürger erleichtert hätten, sei dies in Kuba kaum der Fall. Zudem hat die kubanische Regierung jüngst auch eigene Einreisebestimmungen verschärft. Seit dem 1. April 2025 ist auch für Kubaner die Einreise nach Kuba nur noch mit einem gültigen Pass möglich. Eine während der Corona-Pandemie eingeführte Sonderregelung, wonach auch abgelaufene Dokumente akzeptiert wurden, wurde gestrichen. Bereits seit Juli 2023 ist die Gültigkeitsdauer neu ausgestellter Pässe auf zehn Jahre erhöht worden; die verpflichtende Verlängerung alle zwei Jahre entfällt seither. Auch von außen wird der Spielraum für kubanische Reisende weiter eingeschränkt. Die US-Regierung unter Donald Trump hat im Rahmen neuer Migrationsmaßnahmen verschiedene Visa-Kategorien für Kubaner ausgesetzt, darunter Besuchs-, Studien- und Austauschvisa. Als Begründung nennt Washington sicherheitspolitische Erwägungen und mangelnde Zusammenarbeit Kubas bei konsularischen Vorgängen. Ausnahmen gelten lediglich für Daueraufenthaltsberechtigte und bestimmte Familienangehörige. Der internationale Trend verläuft gegenläufig: Weltweit ist die Zahl der visumfrei erreichbaren Länder für den Durchschnittsbürger zwischen 2006 und 2025 von 58 auf 109 gestiegen. Mehr als 80 Staaten konnten ihre Position im Henley-Ranking verbessern. Kuba gehört zu den wenigen Ländern, deren Pass an Bedeutung verloren hat – eine Entwicklung, die laut Henley & Partners ohne substanzielle außenpolitische Kurskorrekturen kaum umkehrbar erscheint.
Quelle: Henley (PDF) (https://t1p.de/fi7ur)
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Text: Leon Latozke
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