Neues aus Kuba
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Kubas marodes Stromnetz ist erneut teilweise zusammengebrochen. Drei Stunden lang war ein großer Teil der Insel ohne Elektrizität, nachdem Spannungsschwankungen im nationalen Energiesystem zu einer Abschaltung geführt hatte. Der Vorfall reiht sich in eine Serie landesweiter Blackouts ein, die in den vergangenen zwölf Monaten die Energiekrise verschärft haben.
24.10.2025 06:57 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Das ohnehin fragile Stromnetz Kubas ist erneut teilweise zusammengebrochen. Nach Angaben der Behörden kam es am Donnerstag zu einer „teilweisen“ Unterbrechung des Sistema Electroenergético Nacional (SEN), nachdem eine plötzliche Spannungsschwankung im Netz registriert worden war. Der Ausfall begann gegen 13:20 Uhr Ortszeit und dauerte rund drei Stunden, bis der Dienst am späten Nachmittag wiederhergestellt werden konnte. Welche Regionen genau betroffen waren, blieb zunächst unklar.
Der Zwischenfall reiht sich in eine Serie schwerer Störungen ein: In den vergangenen zwölf Monaten waren bereits fünf vollständige landesweite Blackouts gemeldet worden, zuletzt im September. Auch nach der Wiederherstellung der Versorgung bleibt die Lage angespannt. Große Teile des Landes leiden weiterhin unter planmäßigen Stromabschaltungen, die teils 20 Stunden am Tag dauern. Bereits am Donnerstagmorgen hatte die staatliche Elektrizitätsgesellschaft vorausgesagt, dass zur Zeit der höchsten Nachfrage mehr als die Hälfte der Insel ohne Strom sein würde. Die Ursachen der anhaltenden Energiekrise liegen tief. Kubas Stromerzeugung basiert fast vollständig auf alternden Thermokraftwerken, die seit Jahrzehnten kaum modernisiert wurden. Fehlende Investitionen und Wartungsrückstände haben die Anlagen anfällig gemacht. Viele Generatoren sind wegen technischer Defekte oder Brennstoffmangels außer Betrieb. Das Land hat nicht genügend Devisen, um Öl, Ersatzteile und Schmierstoffe zu importieren. Der Versuch, den Energiemangel durch Solarstrom zu mildern, stößt an Grenzen. Zwar wurden in diesem Jahr 32 neue Photovoltaikparks in Betrieb genommen, doch mangelt es an Batteriespeichern, sodass nachts keine Energie zur Verfügung steht. Damit bleibt die Stromversorgung stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Beschaffung Kuba zunehmend schwerfällt. Unabhängige Fachleute führen die Krise auf eine chronische Unterfinanzierung des Sektors zurück, der seit der Revolution von 1959 vollständig in staatlicher Hand ist. Kuba fehle das Kapital, um die maroden Anlagen zu erneuern – Schätzungen zufolge wären dafür acht bis zehn Milliarden US-Dollar nötig. Die Regierung in Havanna wiederum macht die US-Sanktionen für die Misere verantwortlich und spricht von einer gezielten „energetischen Erstickungspolitik“. Die Folgen für die Wirtschaft sind gravierend. Wegen der häufigen Stromausfälle mussten zahlreiche Betriebe ihre Produktion einschränken oder ganz einstellen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2024 laut offiziellen Angaben um 1,1 Prozent und befindet sich seit fünf Jahren im Rückgang. Auch die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) erwartet für 2025 ein negatives Wachstum. Neben den ökonomischen Belastungen hat die Energiekrise auch politische Sprengkraft. Die wiederkehrenden Blackouts verschärfen den Unmut in der Bevölkerung und haben in den vergangenen Jahren mehrfach Proteste ausgelöst – darunter die massiven Demonstrationen im Sommer 2021 und kleinere Kundgebungen in jüngster Zeit in Havanna und Gibara. Während die Regierung Ursachenforschung betreibt, bleibt für viele Kubaner der Alltag von Unsicherheit geprägt. Stromausfälle bedeuten nicht nur Dunkelheit, sondern auch Stillstand in Supermärkten, Krankenhäusern und im öffentlichen Verkehr. Der jüngste Teilausfall des Stromnetzes zeigt einmal mehr, wie tief die strukturelle Krise des Landes reicht – und wie weit eine nachhaltige Lösung entfernt scheint.
Quelle: EFE (https://t1p.de/m0pdk)
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