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21.02.2026 19:15 Uhr
Mehr als 400 kubanische Ärzte arbeiten in Kalabrien. Die USA sehen das kritisch. Doch die Region verteidigt die Zusammenarbeit als unverzichtbar. Warum die italienische Region an dem Abkommen festhält – und welche Signale das sendet.
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In der süditalienischen Region Kalabrien bleibt der Einsatz kubanischer Mediziner politisch umstritten – und doch unverändert. Regionspräsident Roberto Occhiuto stellte klar, dass die aus Kuba entsandten Ärzte weiterhin in den Krankenhäusern der strukturschwachen Region arbeiten werden. Hintergrund sind Berichte, wonach Donald Trump europäischen Staaten nahelegt, ihre Zusammenarbeit mit Havanna im Gesundheitssektor zu überdenken.
Kalabrien, eine der ärmsten Regionen Italiens, kämpft seit Jahren mit einem akuten Ärztemangel. Notaufnahmen waren zeitweise nur eingeschränkt arbeitsfähig, ganze Abteilungen standen vor der Schließung. 2022 schloss die Regionalregierung daher ein Abkommen mit dem staatlichen Unternehmen Servicios Médicos Cubanos (SMC), um bis zu 1000 kubanische Fachkräfte zu gewinnen. Derzeit arbeiten 400 Mediziner aus Kuba in der Region, zuletzt kamen im Sommer 48 hinzu. Occhiuto betonte, die Zusammenarbeit sei stets transparent gewesen. Auch unter der Regierung von Joe Biden habe Washington keine besondere Begeisterung gezeigt, doch der Austausch mit US-Vertretern in Italien sei konstruktiv verlaufen. Angesichts neuer Vorbehalte aus den USA habe man die Kontakte zum amerikanischen Außenministerium sogar intensiviert. Für die kommende Woche ist ein Treffen mit Mike Hammer geplant, der sich derzeit in Italien aufhält. Die US-Regierung verfolgt nach Angaben aus Washington das Ziel, den internationalen Einfluss Kubas zu begrenzen. Präsident Trump drängt insbesondere europäische Staaten, ihre Kooperationen mit Havanna zu reduzieren. Dabei verweist die US-Seite auf geopolitische Implikationen solcher Partnerschaften. Für Italien stellt sich die Lage jedoch pragmatischer dar: Ohne ausländische Ärzte drohen Versorgungsengpässe. Occhiuto ließ durchblicken, dass Kalabrien offen für Alternativen sei – sofern Washington selbst zusätzliche Mediziner bereitstellen könne. Bis dahin aber seien die kubanischen Ärzte unverzichtbar, um Notaufnahmen funktionsfähig zu halten und Krankenhäuser offen zu lassen. Für Kalabrien geht es dabei weniger um Ideologie als um die Sicherung der Grundversorgung.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/irbv0)
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