Neues aus Kuba
Kubas bekanntester Regimekritiker im Exil: Otero Alcántara nach fünf Jahren Haft in Miami gelandet18/7/2026
18.07.2026 23:00 Uhr
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Fünf Jahre nach seiner Verhaftung während der Protestwelle vom Juli 2021 ist der kubanische Dissident Otero Alcántara im erzwungenen Exil in Miami angekommen. Kuba gewährte dem Künstler und Regimekritiker keine Freiheit im eigenen Land, sondern drängte ihn zur Ausreise.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Fünf Jahre nach seiner Verhaftung während der historischen Protestwelle vom Juli 2021 hat der kubanische Künstler und Dissident Luis Manuel Otero Alcántara sein Land verlassen – nicht als freier Bürger, sondern im erzwungenen Exil. Am Samstag (18.) landete der 38-Jährige mit einem regulären American-Airlines-Flug aus Havanna auf dem Internationalen Flughafen von Miami. Für die kubanische Führung markiert seine Freilassung offenbar den Versuch, einen der unbequemsten Regimekritiker des Landes endgültig loszuwerden.
Otero Alcántara, Mitbegründer und Gesicht der Künstlerbewegung Movimiento San Isidro, war am 11. Juli 2021 festgenommen worden, als er versuchte, sich den größten regierungskritischen Protesten seit Jahrzehnten anzuschließen. Seither galt er als einer der bekanntesten politischen Gefangenen Kubas. Zuletzt war er seit dem 7. Juli verschwunden – nur zwei Tage vor dem offiziellen Ende seiner Haftstrafe. Wo er sich in dieser Zeit befand, ist bislang nicht öffentlich geklärt. Freiheit gegen Ausreise
Die kubanische Aktivistin Anamely Ramos beschrieb den Vorgang in sozialen Netzwerken als Freilassung „im Austausch gegen die endgültige Ausreise von der Insel". Havanna habe ihm demnach keine Freiheit im eigenen Land zugestanden, sondern ihn faktisch zum Verlassen Kubas gezwungen. Nach Angaben seines Umfelds erhielt Otero Alcántara zugleich eine humanitäre Einreiseerlaubnis („Parole") der US-Regierung – Details dazu machte Washington offiziell nicht publik.
Sein erster Weg in Miami, so Ramos, solle zur Ermita de la Caridad führen, dem Wallfahrtsort der kubanischen Exilgemeinde für die Schutzpatronin Kubas. Dort wolle er ein Dankopfer niederlegen. Otero Alcántara habe den Wunsch geäußert, den physischen wie symbolischen Raum des Exils kennenzulernen, zuzuhören und über die Zukunft Kubas ins Gespräch zu kommen. Rubio: „Illegitimes Regime"
US-Außenminister Marco Rubio hieß den Künstler in einer Erklärung willkommen und bezeichnete ihn als mutigen Anführer, der wegen seiner Vision eines freien Kuba wiederholt schikaniert, festgenommen und inhaftiert worden sei. Die Trump-Regierung stehe weiter an der Seite der kubanischen Bevölkerung in ihrem Streben nach Freiheit, hieß es weiter. Zugleich forderte Rubio von Havanna die sofortige Freilassung von mehr als 700 politischen Gefangenen und warf der internationalen Gemeinschaft vor, die Menschenrechtsverletzungen des kubanischen Regimes zu tolerieren.
Die Freilassung reiht sich in einen Kurs wachsenden Drucks Washingtons auf Havanna ein. Die US-Regierung hatte in diesem Jahr die Öllieferungen aus Venezuela gekappt, nachdem der gestürzte venezolanische Präsident Nicolás Maduro vom amerikanischen Militär gefangen genommen worden war. Zugleich weitete Washington Sanktionen gegen Mitglieder der kubanischen Führung sowie gegen Gaesa aus, den Wirtschaftskonglomerat im Besitz des kubanischen Militärs. Menschenrechtsorganisationen: Zwang bleibt Zwang
International reagierten Menschenrechtsorganisationen mit gemischten Gefühlen. Amnesty International erklärte, Otero Alcántara sei endlich aus der Haft entlassen worden, kritisierte jedoch, der kubanische Staat habe ihm keine Freiheit im eigenen Land zugestanden, sondern ihn ins Exil gedrängt. Kuba müsse Rechenschaft ablegen und ihm eine Rückkehr ohne Überwachung, Drohungen oder neue Repressalien garantieren – er hätte nie inhaftiert werden dürfen.
Ähnlich äußerte sich Juanita Goebertus, Amerika-Direktorin von Human Rights Watch: Otero Alcántara hätte weder einen Tag im Gefängnis verbringen noch zum Exil gezwungen werden dürfen. Die Repression in Kuba müsse enden. Freedom-House-Direktor Jamie Fly begrüßte die Freilassung und kündigte an, sich weiter für die mehr als 1.300 politischen Gefangenen einzusetzen, die weiterhin in Kuba inhaftiert seien, weil sie sich gegen jahrzehntelange Repression und Korruption zur Wehr gesetzt hätten. Sein Kollege Brian Tronic betonte, Otero Alcántara habe seine Heimat verlassen müssen, ohne zu wissen, ob und wann er zurückkehren könne.
Quelle: EFE (https://t1p.de/342sg)
Autor: Leon Latozke
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