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04.07.2026 09:00 Uhr Kuba hat seinen ersten Batteriespeicher in Betrieb genommen – mitten in einer Woche mit Rekord-Stromausfällen. Die Anlage in Cotorro bestand ihre erste Bewährungsprobe sofort. Was die Technik für Kubas Solarparks und die Energieversorgung bedeutet. Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene Wenn in Kuba nachts das Licht ausgeht, ist das längst Alltag. Wiederkehrende Stromausfälle infolge maroder Kraftwerke und eines chronischen Kapazitätsdefizits prägen seit Monaten den Alltag der Bevölkerung. Erst in der vergangenen Woche erreichte die Lücke zwischen Nachfrage und verfügbarer Erzeugung einen Rekordwert von über 2100 Megawatt, nachdem das Wärmekraftwerk Antonio Guiteras ausgefallen war und zugleich Übertragungsleitungen beschädigt wurden. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase bewährte sich zum ersten Mal eine neue Technologie, die Kubas Energiesystem künftig stabilisieren soll: ein Batteriespeicher. Am vergangenen Mittwoch ging im Havanna-Stadtteil Cotorro die erste Anlage dieser Art in Betrieb. Die auf Lithium-Ionen-Technik basierende Batteriebank verfügt über eine Leistung von 50 Megawatt und wurde von kubanischen Technikern in Betrieb genommen, die eigens für den Umgang mit dieser Technologie geschult worden waren. Nach Angaben des verantwortlichen Ingenieurs Ulloa Rodríguez verlief die Inbetriebnahme reibungslos. Ihre Bewährungsprobe bestand die Anlage praktisch aus dem Stand: Während der jüngsten Netzstörungen konnte der Speicher je nach Bedarf Energie einspeisen oder aufnehmen und half so, die Netzfrequenz zu stabilisieren. Automatische Lastabwürfe oder gar ein Zusammenbruch des gesamten Stromnetzes, wie er angesichts des Rekorddefizits eigentlich zu befürchten gewesen wäre, blieben aus. Der Speicher stabilisiert nicht nur das Netz, sondern behebt auch ein zentrales Problem: Bisher konnte ein Teil der kubanischen Solarenergie tagsüber nicht genutzt werden, da das Netz die Einspeisespitzen nicht aufnehmen konnte. Als Richtwert gelten rund 100 Megawatt Speicherkapazität pro 1000 Megawatt Solarleistung. Kubas Solarparks erreichen derzeit Spitzen von über 700, an Rekordtagen bis zu 900 Megawatt. Der Speicher in Cotorro nimmt überschüssigen Strom tagsüber auf und speist ihn abends und nachts wieder ein – aus Verlustenergie wird so nutzbare Energie. Cotorro ist erst der Anfang: Drei weitere Anlagen mit ebenfalls je 50 Megawatt sollen an einem weiteren Standort in Havanna sowie in Cueto (Provinz Holguín) und Bayamo (Provinz Granma) entstehen. Zusammen kämen die vier Speicher auf 200 Megawatt Kapazität. Erst wenn dieses Netz komplett ist, ließen sich nach Angaben der kubanischen Planer sämtliche Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen des Landes voll ausnutzen – mit entsprechenden Einsparungen beim teuren Brennstoffimport. Die Investition reiht sich in ein größeres Programm ein: Seit März 2025 hat Kuba mithilfe chinesischer Finanzierung und Expertise 54 Solarparks mit zusammen 1177 Megawatt Leistung errichtet, zuletzt Mitte Juni einen weiteren in Pinar del Río. Bis 2028 sollen es 90 Parks mit knapp 2000 Megawatt sein. Ob die Insel dieses ambitionierte Ziel angesichts leerer Staatskassen und anhaltender Versorgungsengpässe erreicht, bleibt offen – ebenso wie die Frage, wie schnell die drei fehlenden Batteriespeicher tatsächlich folgen. Für den Moment aber liefert Cotorro einen ersten Beleg, dass Kubas Energiewende technisch funktioniert, auch wenn die vollständige Umsetzung noch Jahre dauern dürfte. Quellen: Radio Rebelde (https://t1p.de/st921), Cubadebate: https://t1p.de/6saej
Autor: Leon Latozke
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