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20.08.2026 09:00 Uhr
Rund 40.000 Kubanerinnen und Kubaner haben sich seit 2020 in Surinam niedergelassen – bei knapp 630.000 Einwohnern. Amtliche Zahlen zeigen: Fast niemand von ihnen arbeitet legal.
Zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 1. April 2026 reisten mehr als 60.000 Kubanerinnen und Kubaner nach Surinam ein. Etwa 20.000 verließen das Land wieder, netto blieben rund 40.000 – in einem Staat mit knapp 630.000 Einwohnern entspricht das gut sechs Prozent der Bevölkerung. Das geht aus Zahlen hervor, die das Nachrichtenportal Starnieuws Ende Mai bei surinamischen Behörden erhoben hat.
Der legale Status dieser Gruppe ist die Ausnahme. Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Arbeit wurden für lediglich 248 Personen Arbeitserlaubnisse beantragt; nur 1.292 verfügen überhaupt über einen legalen Aufenthaltstitel, 66 erhielten die surinamische Staatsbürgerschaft. Bezogen auf alle erwerbstätigen Kubaner im Land liegt der Anteil mit Genehmigung bei 0,5 Prozent. Von den 248 Genehmigten arbeitet die Mehrheit in der Gastronomie – im Gesundheitswesen sind es exakt vier. Die übrigen sind sichtbar beschäftigt, aber ohne Papiere: in Bekleidungsgeschäften, Supermärkten, Haushaltswarenläden und im Baustoffhandel. Die Tageszeitung "De Ware Tijd" berichtete ergänzend, dass 2025 lediglich 31 Arbeitserlaubnisse an Kubaner erteilt wurden. Der Weg führt fast ausnahmslos über Panama. Die Copa-Airlines-Verbindungen vom Flughafen Tocumen nach Paramaribo seien regelmäßig ausgebucht, so Starnieuws, überwiegend mit kubanischen Passagieren, die nicht selten mit der gesamten Familie kommen. Brisant ist ein weiterer Befund der Recherche: Viele Kubanerinnen arbeiten in Nachtclubs und Bordellen. Justiz- und Polizeiminister Harish Monorath spricht von einem festgestellten Muster des Menschenhandels zwischen Kuba und Surinam; auf kubanischer Seite seien Anwerber aktiv. Politisch bewegt sich die Debatte inzwischen. Mitte August forderte der VHP-Parlamentarier Chuanrui Wang, Kubanern, Venezolanern und anderen Zugewanderten einen legalen Status zu verschaffen. Der surinamische Arbeitsmarkt könne den Bedarf nicht aus eigener Kraft decken, argumentiert er; ohne Legalisierung lande die Gruppe zwangsläufig im informellen Sektor, wo der Staat weder Überblick noch Kontrolle habe. Dass der Zustrom anhält, legen Daten kubanischer Reisebüros nahe. Pedro Escalante, Betriebsleiter der Agentur DP Travels in Holguín, nannte gegenüber dem unabhängigen Portal "14ymedio" für sein Unternehmen 32 Surinam-Reisende im Jahr 2024, 54 im Jahr 2025 und 73 zwischen Januar und August 2026. Auch für das Nachbarland Guyana, wohin nach Recherchen desselben Portals 2025 mehr als 135.000 Menschen von der Insel abwanderten, steigen die Zahlen. Escalante schätzt, ausdrücklich beschränkt auf die eigene Kundschaft: "Rund 70 Prozent reisen mit vorwiegend migratorischer Absicht oder mit dem Gedanken, Möglichkeiten zur Niederlassung auszuloten, während 30 Prozent es aus touristischen, familiären, geschäftlichen oder anderen Gründen tun." Ob die Route offen bleibt, ist unklar: Surinam hatte bereits angekündigt, für kubanische Staatsangehörige wieder eine Visumpflicht einzuführen – ein Muster, das die Diaspora aus Ecuador, Panama und Guyana kennt. Wo sich eine visafreie Einreisemöglichkeit auftut, entsteht binnen Monaten eine Migrationsbewegung; kurz darauf folgt die Schließung. Autor: Leon Latozke
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