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Mexiko ist zum wichtigsten Öllieferanten Kubas aufgestiegen – trotz gegenteiliger Beteuerungen von Präsidentin Claudia Sheinbaum. Während Havanna unter massiver Energieknappheit leidet und Venezuelas Lieferungen einbrechen, wächst die Bedeutung mexikanischen Rohöls rapide.
Abbildung: Symbolbild Claudia Sheinbaum 16. 08.2025 in Guatemale von Presidencia de Guatemala, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Mexiko ist im Jahr 2025 zum wichtigsten Öllieferanten für Kuba aufgestiegen und hat damit das traditionelle Engagement Venezuelas auf der Karibikinsel übertroffen. Nach Berechnungen der Datenfirma Kpler und Berichten des Financial Times exportierte Mexiko im vergangenen Jahr im Schnitt rund 12 284 Barrel Rohöl pro Tag, was etwa 44 Prozent der kubanischen Rohölimporte entspricht und ein Zuwachs von rund 56 Prozent gegenüber 2024 ist. Venezuela, über Jahre Haupthändler Havannas, lieferte demnach deutlich weniger, teils bedingt durch US-Sanktionen und ein drastisches Absinken seiner Exporte.
Präsidentin Claudia Sheinbaum hat diese Entwicklung wiederholt relativiert. In ihrer ersten Stellungnahme im Januar 2026 betonte sie, Mexiko habe seine „historischen“ Liefermengen nicht überschritten und handle im Rahmen bestehender Verträge und humanitärer Hilfen für Kuba. Konkrete Zahlen wollte sie nicht nennen, verwies jedoch auf die enge vertragliche Beziehung zwischen Petróleos Mexicanos (Pemex) und der Insel. Sie verteidigte die Lieferungen als legal und souveräne Entscheidung Mexikos inmitten der sich verändernden Energiebeziehungen in der Region. Unabhängige Untersuchungen, etwa des Netzwerks Mexicanos Contra la Corrupción y la Impunidad (MCCI), zeichnen hingegen ein anderes Bild: Zwischen Mai und August 2025 habe Mexiko mehr als das Dreifache der Treibstofflieferungen im Vergleich zu den letzten Regierungsjahren vor Sheinbaum geliefert, zum Teil über die Pemex-Tochter Gasolinas Bienestar. Diese Aktivitäten führten zu Debatten über mögliche staatliche Subventionen, wirtschaftliche Verluste bei Pemex und diplomatische Risiken angesichts der US-Blockade gegen sanktionierte Schiffe. Die wachsenden Exporte haben auch in den USA für Unmut gesorgt. Washington hat signalisiert, dass Mexikos Ölpolitik Druck auf die Beziehungen beider Länder ausüben könnte, insbesondere im Kontext von Sanktionen gegen Kuba und Venezuela sowie drohenden Konsequenzen im Rahmen des US-mexikanischen Handelsabkommens USMCA. Kubas stark belastete Wirtschaft, geprägt von Energieknappheit und sinkenden venezolanischen Lieferungen, macht das mexikanische Öl für Havanna zunehmend bedeutsam. Insgesamt zeigt sich ein kompliziertes geopolitisches Szenario: Mexiko versucht, seine historische Solidarität mit Kuba zu betonen und zugleich die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht zu gefährden, während es seine Rolle als regionaler Energielieferant ausbaut und zugleich innenpolitisch verteidigen muss.
Quelle: Hola News (https://t1p.de/8ty5f)
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Text: Leon Latozke
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