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Kubas Tourismus bricht 2025 weiter ein: Besucherzahlen bis Oktober um fast 20 Prozent gesunken25/11/2025
Kubas Tourismussektor steckt 2025 tiefer denn je in der Krise. Nach aktuellen Zahlen der Statistikbehörde ONEI verzeichnet die Insel bis Oktober einen Einbruch der internationalen Besucherzahlen um nahezu 20 Prozent. Besonders schwach fällt der Oktober aus, der den schlechtesten Wert seit 2021 markiert.
25.11.2025 09:52 Uhr
Abbildung: Foto von Elizeu Dias auf Unsplash
Kuba verzeichnet auch 2025 einen massiven Einbruch im internationalen Tourismus und rutscht damit noch weiter von den eigenen Wachstumszielen ab. Nach aktuellen Daten der Nationalen Statistikbehörde ONEI empfing die Insel zwischen Januar und Oktober lediglich 1.477.892 ausländische Besucher – ein Rückgang von 19,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders alarmierend: Der Oktober brachte mit nur 111.172 internationalen Ankünften den schwächsten Wert seit 2021.
Damit ist das Ziel der Regierung, in diesem Jahr 2,6 Millionen Gäste zu erreichen, endgültig außer Reichweite. Selbst das bereits niedrige Niveau des Jahres 2024, als Kuba mit 2,2 Millionen Besuchern den schlechtesten Wert seit 17 Jahren verzeichnete, dürfte kaum zu halten sein. Die starke Abweichung zum regionalen Trend ist besonders auffällig, da andere große Karibikdestinationen wie Punta Cana in der Dominikanischen Republik oder Cancún in Mexiko neue Rekordzahlen melden. Die Liste der wichtigsten Herkunftsmärkte bleibt unverändert angeführt von Kanada, Russland und den USA. Doch die Entwicklung innerhalb der einzelnen Märkte ist ernüchternd: Die Zahl der russischen Touristen brach um 36,2 Prozent ein, gefolgt von Spanien mit 28,2 Prozent sowie Frankreich mit 23,8 Prozent. Auch aus den Vereinigten Staaten kamen 19,2 Prozent weniger Reisende, und Kanadas Besucherzahlen lagen 18 Prozent unter dem Vorjahr. Lediglich Argentinien und Kolumbien registrierten leichte Zuwächse von acht beziehungsweise neun Prozent. Besonders schwer wiegt der Rückgang unter den im Ausland lebenden Kubanerinnen und Kubanern, die traditionell einen wichtigen Anteil der Einreisen ausmachen. Ihre Besucherzahl sank um 20,2 Prozent. Damit fällt ein weiterer stabiler Einnahmepfeiler des Inselstaats weg. Die Ursachen für die anhaltende Schwäche im Tourismussektor sind vielfältig und greifen ineinander. Die schwere wirtschaftliche und energiepolitische Krise, die das Land seit Jahren prägt, erschwert sowohl die Angebotsqualität als auch die Reisepraxis vor Ort. Hotels und Restaurants kämpfen mit Versorgungsengpässen, Stromausfälle beeinträchtigen den Service, und die allgemeine Infrastruktur bleibt weit hinter internationalen Standards zurück. Hinzu kommen die stark reduzierten Flugverbindungen sowie die fortbestehenden US-Sanktionen, die Reisen zusätzlich erschweren. Dabei ist der Tourismus ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Erholung Kubas. Das Segment zählt traditionell zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes, gemeinsam mit dem Export medizinischer Dienstleistungen und den Geldsendungen aus dem Ausland. Doch die jüngsten Zahlen markieren eine weitere Zäsur im langfristigen Abwärtstrend: Während Kuba 2018 und 2019 noch zwischen 4,2 und 4,6 Millionen Gäste begrüßte, fiel die Besucherzahl nach der Pandemie drastisch und hat sich seither kaum erholt. Die aktuellen Entwicklungen erhöhen den Druck auf die Regierung, strukturelle Reformen einzuleiten und die Attraktivität des Reiseziels zu verbessern. Doch angesichts der tiefgreifenden wirtschaftlichen Probleme dürfte eine schnelle Trendwende schwer zu erreichen sein.
Quelle: ONEI (https://t1p.de/ipjx3)
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Text: Leon Latozke
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