Neues aus Kuba
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Kubas Tourismus bleibt weit hinter den Erwartungen der Regierung zurück. Nach offiziellen Daten der nationalen Statistikbehörde reisten zwischen Januar und November rund 19 Prozent weniger internationale Besucher auf die Insel als im Vorjahr.
25.12.2025 08:22 Uhr
Der kubanische Tourismussektor steckt weiterhin in einer tiefen Krise. Wie aus aktuellen Daten der staatlichen Statistikbehörde ONEI hervorgeht, verzeichnete Kuba zwischen Januar und November 2025 insgesamt 1.629.787 internationale Besucher. Das entspricht einem Rückgang von knapp 19 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders schwach fiel der Monat November aus: Mit lediglich 151.895 Ankünften gehörte er zu den schlechtesten Tourismusmonaten seit 2021, als die Covid-19-Pandemie zeitweise zur vollständigen Schließung der Grenzen geführt hatte.
Zu den wichtigsten Herkunftsmärkten zählen weiterhin Kanada (664.621 Besucher), die im Ausland lebende kubanische Gemeinschaft (210.255) sowie Russland (115.968). Aus Deutschland besuchten nur 30.945 Reisende die Karibinse. Dieses Besucheraufkommen reicht bei weitem nicht aus, um die ambitionierten Pläne der Regierung zu erfüllen. Ursprünglich hatte Havanna für 2025 mit 2,6 Millionen internationalen Gästen gerechnet. Inzwischen räumte Wirtschaftsminister Joaquín Alonso ein, dass realistisch lediglich rund 1,9 Millionen Besucher erreicht werden dürften – nur etwa 73 Prozent der ursprünglichen Zielmarke. Die Regierung selbst spricht von einer „komplexen Situation“ im Tourismussektor, der über Jahre hinweg als zentraler Wachstumsmotor der Inselwirtschaft galt. Die Ursachen für die anhaltende Schwäche sind vielschichtig. Die schwere Wirtschafts- und Energiekrise beeinträchtigt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Qualität touristischer Dienstleistungen und damit die Wahrnehmung Kubas als Reiseziel. Hinzu kommen gestrichene oder reduzierte Flugverbindungen sowie die fortbestehenden US-Sanktionen, die insbesondere den Reiseverkehr aus Nordamerika belasten. Dabei kommt dem Tourismus für Kuba eine Schlüsselrolle zu. Er trägt erheblich zum Bruttoinlandsprodukt bei und zählt zu den wichtigsten Quellen für dringend benötigte Deviseneinnahmen – neben den Erlösen aus professionellen Dienstleistungen im Ausland und den Rücküberweisungen von Exilkubanern. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen jedoch, wie weit Kuba von früheren Erfolgen entfernt ist: Während 2024 noch 2,2 Millionen Besucher gezählt wurden, lag die Zahl 2023 bei 2,4 Millionen und 2022 bei 1,6 Millionen. Zum Vergleich: In den Rekordjahren 2018 und 2019, begünstigt durch das zeitweilige politische „Tauwetter“ mit den USA, reisten 4,6 beziehungsweise 4,2 Millionen Touristen auf die Insel. Im regionalen Vergleich fällt Kuba zunehmend zurück. Andere karibische Destinationen wie Punta Cana in der Dominikanischen Republik oder Cancún in Mexiko melden nach der Pandemie neue Besucherrekorde. Kuba hingegen ringt weiterhin mit strukturellen Problemen – und bleibt damit deutlich hinter seinem touristischen Potenzial zurück.
Quelle: ONEI (https://t1p.de/k5fhq)
Autor: Leon Latozke
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