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Kubas Wirtschaft ist 2024 erneut geschrumpft – das Bruttoinlandsprodukt sank um 1,1 Prozent. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Bevölkerung leidet unter Mangel, Inflation und Versorgungsengpässen - ein Ende der Krise ist nicht in Sicht.
Abbildung: Symbolbild von Antonio Schubert from Rio de Janeiro, Brasil, La Habana (23052553656), Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 2.0
Die wirtschaftliche Lage Kubas bleibt prekär: Wie Joaquín Alonso Vázquez, Chef des kubanischen Wirtschaftministeriums (Ministro de Economía y Planificación - MEP) in staatlichen Medien verlauten ließ, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Insel im Jahr 2024 um 1,1 %. Bereits im Vorjahr hatte es einen Rückgang um 1,9 % gegeben. Damit verzeichnet die sozialistische Karibikinsel das zweite Jahr in Folge eine negative Wirtschaftsleistung und liegt weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
Ursprünglich hatte die Regierung für 2024 ein Wachstum von 2 % erwartet. Angesichts wiederholter landesweiter Stromausfälle, der Auswirkungen zweier starker Hurrikane sowie zweier schwerer Erdbeben revidierte sie ihre Prognosen jedoch frühzeitig. Wirtschaftsminister Joaquín Alonso Vázquez sprach im Parlament von einer „stark belasteten“ Situation und bezifferte den Rückgang des BIP innerhalb der letzten fünf Jahre auf insgesamt 11 %. Besonders schwer wiegt laut Regierung die weiterhin bestehende US-Blockade, die sich in verstärkten Sanktionen, einer strikten Verfolgung internationaler Finanztransaktionen und massiven Hürden im Außenhandel äußert. Diese Umstände führten unter anderem dazu, dass Kuba offene Rechnungen bei ausländischen Lieferanten nicht begleichen konnte. Um weiteren Zahlungsausfällen vorzubeugen, plant die Regierung nun, den Import „nicht prioritärer“ Waren vorerst auszusetzen. Hinzu kommen strukturelle Schwächen: Die Energieversorgung bleibt labil, da der Staat nicht in der Lage ist, ausreichend Treibstoff zur Versorgung seiner Kraftwerke zu beschaffen. Auch der für Kuba wirtschaftlich bedeutende Tourismussektor – einst ein Devisenmotor – hat sich bislang nicht von seinem pandemiebedingten Einbruch erholt. Die wirtschaftliche Misere hat gravierende Folgen für die Bevölkerung. Viele Kubanerinnen und Kubaner leiden unter chronischem Mangel an Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Längere Stromausfälle sind an der Tagesordnung, die Inflation bleibt hoch, und die Abwanderung aus dem Land erreicht Rekordwerte. Bereits Ende 2023 reagierte die Regierung mit einem Maßnahmenpaket, das unter anderem drastische Kürzungen bei Staatsausgaben, deutliche Preissteigerungen in mehreren Sektoren sowie eine verstärkte Nutzung von Fremdwährungen vorsieht. Ob diese Schritte ausreichen, um den wirtschaftlichen Abwärtstrend zu stoppen, bleibt jedoch ungewiss.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/xiuz1)
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Text: Leon Latozke
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