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22.07.2026 08:00 Uhr
Kuba sagt sein prestigeträchtigstes Zigarrenfestival ab – zum zweiten Mal in Folge. Offiziell verweist Habanos S.A. auf "Exzellenzstandards", die man bewahren wolle.
Kuba hat sein wichtigstes Zigarren-Event des Jahres abgesagt. Das Organisationskomitee des Festival del Habano teilte am Dienstag (21.) mit, die 26. Ausgabe werde angesichts der schweren Energiekrise auf der Insel nicht stattfinden. Man wolle damit die "Exzellenzstandards" der Veranstaltung wahren, hieß es in einer Mitteilung.
Habanos S.A., das Unternehmen hinter 27 Premium-Zigarrenmarken, veröffentlichte die Entscheidung auf seiner Webseite. Man beobachte die Entwicklung der Lage aufmerksam und wolle eine künftige Ausgabe feiern, sobald die Bedingungen für ein Festival "mit der Exzellenz, Reichweite und Qualität" gegeben seien, die es zu einer internationalen Referenz gemacht hätten. Ursprünglich war die Veranstaltung vom 24. bis 27. Februar geplant gewesen, wurde jedoch bereits eine Woche vor diesem Termin verschoben. Nun steht fest: Auch der aktuelle Ausweichzeitraum entfällt ersatzlos. Cohíba-Feierlichkeiten laufen weiter
Von der Absage unberührt bleibt das umfangreiche Programm zum 60. Jubiläum der Marke Cohíba, einer der prestigeträchtigsten Zigarrenmarken der Welt. Die erste Veranstaltung dazu findet am 7. Oktober in London statt, wo die neue Linie Cohíba Talismán weltweit vorgestellt wird. Der Launch solle den Auftakt einer internationalen Agenda markieren, die neue Erlebnisse für Liebhaber der Havanna-Zigarre bereithalte, so das Unternehmen. Talismán reihe sich in die klassische Standardlinie der Marke ein und würdige sechs Jahrzehnte "Exzellenz, Innovation und Führung".
Millionenschwere Auktionen als Markenzeichen
Das Festival del Habano gilt seit Jahren als zentrales Schaufenster für Premium-Zigarren und generiert durch seine Humidor-Auktionen regelmäßig Millionenbeträge. Bei der Ausgabe 2025 in Havanna erzielte ein Gedenk-Humidor zum 15. Jubiläum der Linie Behike mit 5,2 Millionen US-Dollar einen Rekordpreis – der höchste je bei einer solchen Auktion erzielte. Insgesamt kamen bei der Versteigerung der Humidore aller großen Habanos-Marken – darunter Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta, Partagás, Hoyo de Monterrey und H. Upmann – rund 18,72 Millionen US-Dollar zusammen.
Nach Angaben der kubanischen Regierung fließen diese Erlöse in das öffentliche Gesundheitssystem des Landes. Die vergangene Ausgabe hatte allerdings auch für Kontroversen gesorgt: Ein aufwendiges Galadinner im Kapitol von Havanna fand statt, während große Teile des Landes unter anhaltenden Stromausfällen litten – ein Kontrast, der international für Kritik sorgte. Energiekrise: Kein Ende in Sicht
Kuba steckt seit Mitte 2024 in einer tiefgreifenden Energiekrise, die sich seit Januar durch die von den USA verhängte Ölblockade sowie seit Mai geltende Sanktionen gegen Personen und Institutionen mit Verbindungen zur Regierung in Havanna weiter zugespitzt hat. Die Krise hat die staatliche Wirtschaft nahezu lahmgelegt: Für dieses Jahr wird ein Rückgang von mindestens 6,5 Prozent erwartet – nach einem kumulierten Einbruch von über 15 Prozent in den vorangegangenen fünf Jahren.
Die Absage des Zigarrenfestivals reiht sich damit in eine wachsende Liste von Verzichtserscheinungen ein, mit denen Kuba auf die anhaltenden Stromausfälle und die wirtschaftliche Talfahrt reagiert – während zugleich am internationalen Markenimage der Zigarrenindustrie mit unvermindertem Aufwand weitergearbeitet wird.
Quelle: EFE (https://t1p.de/e555x)
Autor: Leon Latozke
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