Neues aus Kuba
Kulturelles Rückgrat Kubas: Der Son cubano soll Immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden6/12/2025
Kuba hat den Son cubano, einen der prägenden Pfeiler seiner Musikgeschichte, offiziell für die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO vorgeschlagen. Das traditionsreiche Genre, das spanische Melodien mit afrikanischer Rhythmik verbindet und im Osten der Insel entstand, gilt als zentraler Ausdruck der kubanischen Identität.
06.12.2025 08:25 Uhr
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Kuba unternimmt einen neuen Anlauf, einen zentralen Bestandteil seiner musikalischen Identität international aufzuwerten. Die Regierung in Havanna hat den Son cubano – seit mehr als einem Jahrhundert prägend für die traditionelle Tanz- und Unterhaltungsmusik des Landes – offiziell für die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO nominiert. Die Entscheidung der Organisation fällt in Kürze während der Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees, die derzeit in Neu-Delhi tagt.
Die Kandidatur beschreibt den Son als „historischen Pfeiler“ der kubanischen Musikkultur. Tatsächlich steht das Genre wie kaum ein anderes für die künstlerische Verschmelzung europäischer und afrikanischer Einflüsse, die die Insel seit dem 19. Jahrhundert prägt. In dieser Zeit entstand der Son in den schwarzen Gemeinden im Osten Kubas, bevor er Anfang des 20. Jahrhunderts nach Havanna gelangte und sich schließlich in der heutigen Provinz Mayabeque etablierte. Besonders deutlich wird der geografische und kulturelle Ursprung des Genres in Stücken wie „Chan Chan“ des legendären Soneros Compay Segundo. Die Zeilen, durch den Buena Vista Social Club weltweit bekannt geworden, zeichnen eine Route durch vier Orte der östlichen Provinzen Holguín und Santiago de Cuba – eine musikalische Hommage an die Landschaften, in denen der Son gewachsen ist. Diese Region mit ihren grünen Tälern und Hügelzügen gilt als Wiege der Stilrichtung. Der Son vereint spanische Liedtraditionen mit afrikanischer Rhythmik. Charakteristisch ist das Zusammenspiel von Trommeln und anderen Perkussionsinstrumenten mit dem tres cubano, einer Gitarre mit drei doppelten Saiten, die den typischen Klang des Genres prägt. Über Jahrzehnte hinweg hat der Son zahlreiche berühmte Stücke hervorgebracht, die bis heute weltweit mit Kuba verbunden werden – darunter „Lágrimas negras“, „El cuarto de Tula“, „Son de la loma“ oder „Échale Salsita“. Die kubanische Bewerbung betont die „Vielfalt und kulturelle Tiefe“ dieser Musiktradition als Ergebnis einer langen historischen Transkulturation. Mit der Eintragung in die Liste des Immateriellen Kulturerbes hofft das Land, die Bedeutung des Genres global sichtbarer zu machen und zugleich seine Weitergabe an künftige Generationen zu sichern. Insgesamt prüft das UNESCO-Komitee 54 Vorschläge, darunter elf aus Lateinamerika und der Karibik. Neben dem Son stehen auch der venezolanische Joropo, das Cuarteto aus Córdoba in Argentinien oder die Pasión de Cristo von Iztapalapa in Mexiko zur Entscheidung an. Für Kuba markiert die Kandidatur des Son jedoch mehr als eine kulturpolitische Geste: Sie ist ein Versuch, ein zentrales Element der nationalen Identität langfristig zu bewahren – und ein musikalisches Erbe, das seit Jahrzehnten auf internationalen Bühnen präsent ist, offiziell zu verankern.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/l8ph3)
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