Neues aus Kuba
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24.03.2026 09:00 Uhr
immer mehr Kubaner wählen Lateinamerika als endgültigen Wohnort wählen statt nur als Durchgangsregion. Gleichzeitig ist die Migration über Zentralamerika in Richtung Nordamerika deutlich rückläufig.
Zwischen Januar 2025 und Februar 2026 hat sich das Migrationsverhalten vieler Kubaner deutlich verändert: Immer mehr von ihnen entscheiden sich bewusst dafür, in Lateinamerika zu leben, anstatt die Region nur als Durchgangsroute in Richtung Nordamerika zu nutzen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor, der auf systematischen Feldbefragungen und Erhebungen in mehreren lateinamerikanischen Ländern basiert.
Laut dem Bericht der IOM, der auf der sogenannten Displacement Tracking Matrix (DTM) basiert, zeigen die Daten, dass Lateinamerika zunehmend nicht mehr nur ein „Migrationskorridor“, sondern eine dauerhafte Zielregion für viele Kubaner ist. Die regional zuständige Direktorin der IOM für Lateinamerika und die Karibik, María Moita, betonte, dass hinter den statistischen Zahlen immer auch persönliche Entscheidungen stehen: Menschen treffen schwierige Wahl über den Ort, an dem sie sich ein neues Leben aufbauen wollen. In mehreren Ländern der Region wurden Migranten systematisch befragt. Ein besonders deutliches Beispiel liefert Costa Rica: Dort gaben in einer Umfrage etwa 94 % der befragten Kubaner an, im Land bleiben zu wollen, vor allem wegen besserer wirtschaftlicher Perspektiven, politischer Stabilität und einem besseren Zugang zu internationalem Schutz. Auch die Migration durch klassische Transitwege in Richtung Nordamerika hat nach Angaben der IOM merklich abgenommen. In Honduras etwa sanken die registrierten irregulären Einreisen von Kubanern aus Nicaragua von rund 64.000 im Jahr 2024 auf rund 17.000 im Jahr 2025 – ein Rückgang um etwa 75 %. Im Januar und Februar dieses Jahres wurden nach offiziellen Zahlen nur rund 1.500 Ankünfte registriert, deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig, so die IOM: In Guatemala nannten alle befragten Kubaner wirtschaftliche Motive als Hauptgrund für ihre Abreise aus der Heimat. Angesichts stagnierender Einkommen, geringer Perspektiven und der Hoffnung auf besseren Zugang zu Arbeitsmarkt und Sozialleistungen in den Aufnahmeländern sei dies ein zentraler Faktor. Außerdem gewinnt Südamerika als Zielregion zunehmend an Bedeutung. In Brasilien etwa stieg die Netto‑Migration kubanischer Staatsbürger von etwa 2.100 im Jahr 2024 auf rund 6.400 im Jahr 2025, ohne dass ein einziger Monat einen negativen Saldo aufwies. Die meisten Kubaner gelangen laut IOM über Grenzpunkte in Venezuela oder Guyana nach Brasilien, bevor sie weiter in das brasilianische Bundesland Roraima ziehen. Auch in Uruguay hat sich der Trend verstärkt: Dort hat sich der durchschnittliche monatliche Netto‑Zuwachs kubanischer Migranten mehr als verdoppelt, von etwa 500 im Jahr 2024 auf über 1.200 im Jahr 2025. Dies unterstreicht laut IOM, dass Lateinamerika heute stärker als Endziel denn als Transitregion fungiert. Die neuen Daten der IOM spiegeln eine bedeutende Verschiebung in der Dynamik kubanischer Migration wider. War früher vor allem Nordamerika, insbesondere die USA, das primäre Ziel, zeigen die aktuellen Trends, dass viele Kubaner zunehmend in Ländern der amerikanischen Mitte und des Südens sesshaft werden wollen. Diese Entwicklung könnte langfristige Auswirkungen auf die soziale und wirtschaftliche Integration in der Region haben – und stellt Regierungen vor neue politische Herausforderungen beim Umgang mit Migration, Integration und Arbeitsmärkten.
Quelle: EFE (https://t1p.de/1c4hg)
Autor: Leon Latozke
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