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20.09.2026 15:00 Uhr
In Pedro Betancourt in der Provinz Matanzas sind 29 Menschen nach dem Verzehr von Speisen aus einem örtlichen Betrieb erkrankt, darunter 22 Kinder. Es ist der zweite größere Fall binnen weniger Wochen: Ende August waren in Santiago de Cuba 52 Menschen betroffen.
Was genau die Menschen in Pedro Betancourt krank gemacht hat, ist bislang öffentlich nicht bekannt. Klar ist: Am Freitag (18.) erkrankten im Municipio in der Provinz Matanzas 29 Personen, 22 davon Minderjährige, nach dem Verzehr von Speisen aus einem örtlichen Betrieb. Das teilte die Provinzbehörde für öffentliche Gesundheit am Folgetag mit.
Die Betroffenen leben im Einzugsgebiet des Gesundheitsbezirks „Cesáreo Sánchez“. Sie klagen vor allem über Erbrechen und Durchfall. Elf von ihnen, drei Erwachsene und acht Kinder, wurden zur Weiterbehandlung in spezialisierte Einrichtungen verlegt. Die übrigen 18 bleiben unter ärztlicher Aufsicht. Lebensbedrohliche oder schwere Verläufe gebe es derzeit nicht, so die Mitteilung. Nach Behördenangaben rückte der Rettungs- und Notdienst der Provinz bereits nach den ersten Meldungen aus. Ein Expertenteam verschiedener Fachrichtungen untersuche vor Ort den Hergang und werde die weiteren Schutzmaßnahmen festlegen. Man verfüge über genügend Arzneimittel, Verbrauchsmaterial und Flüssigkeitsersatz, heißt es. Wer von den Speisen gegessen hat, werde beobachtet, damit neue Erkrankungen früh auffallen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, beim Kochen und Essen besonders auf Hygiene zu achten und bei entsprechenden Beschwerden sofort medizinische Hilfe zu suchen. Die amtliche Mitteilung sagt nichts dazu, welche Speisen betroffen waren. Sie nennt auch weder den Betrieb noch dessen Eigentümerform, staatlich oder privat. Berichte unabhängiger Medien gehen darüber hinaus. Danach habe ein privates Café eine Essensausgabe für bedürftige Familien organisiert, mit rund 120 Teilnehmern. Diese Darstellung beruht auf Angaben lokaler Social-Media-Profile und Kommentaren. Eine Bestätigung durch die Behörden oder eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor. Der Fall reiht sich in eine Häufung ein: Schon im August waren in Santiago de Cuba 52 Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden behandelt worden. Auch dort blieben schwere Verläufe aus, die Behörden vermuteten einen Zusammenhang mit Nahrung. Über mögliche Auslöser kursierten lokale Vermutungen, etwa verunreinigtes Salz oder ungeeignetes Öl. Belegt sind sie nicht. Matanzas zählt laut einer Untersuchung vom April zu den Provinzen Kubas mit kritischer Ernährungslage. Ein Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch ist nicht nachgewiesen. Zeitgleich kämpft die Insel mit ihrer Energieversorgung. Am 18. September, dem Tag des Ausbruchs, fiel das Stromnetz zum achten Mal in diesem Jahr landesweit aus. Wo Kühlung, Wasser und Herd unzuverlässig laufen, steigt grundsätzlich das Risiko für Lebensmittelvergiftungen. Die Behörden haben aber keine Verbindung zum Fall in Pedro Betancourt hergestellt. Wie stark die Krise die medizinische Versorgung ohnehin trifft, zeigt die UN-Warnung für Zehntausende Kinder. Autor: Leon Latozke
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