Neues aus Kuba
Leere Jets, volle Bargeldkoffer: Bolivien ermittelt wegen millionenschwerer Verluste bei Kuba-Flügen26/4/2026
22.04.2026 10:00 Uhr
Die bolivianische Regierung hat Millionenverluste durch Flüge der staatlichen Fluggesellschaft BoA nach Havanna angezeigt. Flüge seien oft fast leer gewesen. Zudem seien Zahlungen in bar nach Kuba gebracht worden.
Abbildung: Symbolbild von aeroprints.com, Boeing 737 BOA Boliviana De Aviacion, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 3.0
Die bolivianische Regierung hat schwerwiegende Vorwürfe gegen die Vorgängerregierung des Movimiento al Socialismo (MAS) erhoben. Konkret geht es um massive finanzielle Verluste, die durch defizitäre Flüge der staatlichen Fluggesellschaft BoA nach Kuba entstanden sein sollen. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Mauricio Zamora, und der Vizeminister für Transparenz, Yamil García, bezifferten den Schaden auf umgerechnet rund 2,66 Millionen US-Dollar – 18,4 Millionen Bolivianos. Dies sei das Ergebnis von Wirtschaftsprüfungen, die nun erste Konsequenzen zeitigten.
„Es handelt sich um direkte Folgen der Misswirtschaft mit öffentlichen Geldern aller Bolivianer“, erklärte García. Die Anschuldigungen richten sich gegen sechs ehemalige Funktionäre der MAS-Regierung. Ihnen werden unethisches Wirtschaftsverhalten und Pflichtverletzung vorgeworfen. Bereits sei Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden, so Zamora. Die Untersuchungen seien Teil einer Reihe weiterer noch zu erwartender Ergebnisse. Der Kern des Skandals: Vor drei Jahren, noch unter Präsident Luis Arce, wurde die Flugverbindung zwischen dem internationalen Flughafen Viru Viru in Santa Cruz de la Sierra und der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgenommen. Nach Darstellung der heutigen Behörden geschah dies ohne das erforderliche technische Gutachten zur Wirtschaftlichkeit. Zwischen Oktober 2023 und September 2025 sei eine Boeing 737-800 mit 168 Sitzplätzen auf dieser Route eingesetzt worden – vielfach mit erschreckend geringer Auslastung. So hob die Maschine am 30. November 2023 mit gerade einmal 17 Passagieren ab, am 22. Februar 2024 mit 22 und am 19. September 2024 sogar mit nur elf Fluggästen. „Mehr als 150 Sitze blieben leer“, kritisierte García. Die Konsequenzen waren absehbar: Die BoA häufte nicht nur immense Verluste an, sondern verärgerte auch tausende Kunden, wie aus Beschwerden bei der Regulierungsbehörde ATT und den internen Aufzeichnungen der Airline hervorgeht. Besonders brisant ist zudem der Umgang mit Zahlungen in Kuba. Der Vizeminister enthüllte, dass BoA die fälligen Beträge in bar nach Havanna transportierte – physisch und außerhalb des internationalen Bankensystems. „Das Geld wurde behandelt, als handle es sich um private Mittel“, so García. Auch dies sei zur Anzeige gebracht worden; Vorladungen seien bereits ergangen. Die Affäre belastet das Verhältnis zwischen der neuen Regierung und dem politischen Erbe des MAS erheblich und wirft ein Schlaglicht auf die fragilen Wirtschaftsstrukturen beider Länder.
Quelle: EFE (https://t1p.de/fz0rc)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed