Neues aus Kuba
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28.05.2026 08:00 Uhr
Leonardo Padura sieht Kuba in einem sehr schwerwiegenden historischen Moment. Der Schriftsteller warnt vor allen denkbaren Szenarien, darunter einer US-Militäroperation als schlimmster Möglichkeit.
Der renommierte kubanische Schriftsteller Leonardo Padura hat vor einer möglichen US-Militäroperation gegen sein Heimatland gewarnt. Bei einer Veranstaltung im Pariser Instituto Cervantes, wo er die französische Übersetzung seines Buches „Ir a La Habana“ vorstellte, äußerte der 70-Jährige, Kuba durchlebe derzeit „einen sehr ernsten historischen Augenblick, in dem alles geschehen kann“. Dabei seien alle Szenarien denkbar: „Auf dem Tisch liegen alle Szenarien: von der berühmten Formel aus ‚Der Leopard‘, dass sich alles ändern möge, damit sich nichts ändert, bis zur schlimmsten der Optionen: einer amerikanischen Militäroption“, merkte der 70-jährige Schriftsteller an.
Padura, der auf der Insel lebt und vor allem durch seine Kriminalromane um den Detektiv Mario Conde bekannt wurde, bezeichnete eine solche Invasion als „einen Akt mit unkalkulierbaren Folgen“. Anders als in vergleichbaren Fällen, etwa Venezuela, sei Kuba ein Sonderfall, was die Situation zusätzlich unberechenbar mache. Die USA haben den wirtschaftlichen Druck auf die Insel in den vergangenen Monaten massiv erhöht. Neben dem seit 1962 bestehenden Embargo verhängte Washington im Januar einen Energieblockade gegen Kuba, was die ohnehin tiefe Wirtschaftskrise weiter verschärfte. Hinzu kommen regelmäßige Stromausfälle, die das tägliche Leben der Bevölkerung extrem belasten. Besondere Brisanz erhält die Lage durch die jüngste Anklage gegen den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro durch US-Behörden. Der Fall geht auf das Jahr 1996 zurück, und Havanna wertet die juristische Verfolgung als Vorwand, um eine militärische Intervention vorzubereiten. Padura, der sich mehrfach kritisch zur kubanischen Regierung geäußert hat, betonte, dass die notwendigen Veränderungen nicht unter Gewalt erfolgen dürften. „Kuba braucht, dass sich viele Dinge ändern, aber nicht, weil man der kubanischen Regierung eine Pistole an den Kopf setzt“. Vielmehr müsse die kubanische Gesellschaft selbst einfordern, was reformiert werden solle, so die Meinung des Schriftstellers. Er hoffe, dass am Ende das Wort „Dialog“ siegen werde, „mit den Veränderungen, die möglich sind, die notwendig sind“. Die Insel brauche dringend eine Neuausrichtung, aber nicht erzwungen von außen, sondern von innen heraus.
Quelle: Miami Herald (https://t1p.de/zm2yf)
Autor: Leon Latozke
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