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02.09.2026 08:00 Uhr
Leonardo Padura wird für sein literarisches Lebenswerk mit dem Premio Liber 2026 geehrt. Seit Jahrzehnten Chronist des kubanischen Alltags, ist Padura der erste Kubaner, dem diese Ehre zuteilwird.
Abbildung: Symbolbild Leonardo Padura, Salvador 2019, Fronteiras do Pensamento, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 2.0
Der kubanische Schriftsteller Leonardo Padura wird mit dem Premio Liber 2026 ausgezeichnet, den der spanische Verlegerverband (Federación de Gremios de Editores de España - FGEE) jährlich an die herausragendste Stimme der hispanoamerikanischen Literatur vergibt. Padura ist der erste kubanische Autor, dem diese Ehrung zuteilwird – ein Umstand, den er selbst als "doppelte Genugtuung" bezeichnet, weil sie nicht nur ihn persönlich, sondern auch die Kultur würdige, der er angehöre.
Die Jury lobte Paduras Fähigkeit, in seinen Werken – ausgehend von investigativer Recherche – Wahrheit, Schuld, Freundschaft und das Gewicht der Geschichte auf individuelle Lebenswege zu untersuchen. Hervorgehoben wurden zudem seine internationale Strahlkraft und die Vielfalt der Genres und Register, in denen er schreibt. Geboren 1955 in Havanna, zählt Padura zu den prägendsten Stimmen der spanischsprachigen Gegenwartsliteratur. 2015 erhielt er bereits den Prinzessin-von-Asturien-Preis, eine der höchsten und angesehensten Auszeichnungen Spaniens und auf internationaler Ebene oft als der „spanische Nobelpreis“ bezeichnet International bekannt wurde er vor allem durch seine Kriminalromanreihe um den melancholischen Ermittler Mario Conde, mit der er das kubanische Alltagsleben, seine Widersprüche und gesellschaftlichen Umbrüche literarisch verarbeitet. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen "Die Palme und der Stern" ("La novela de mi vida"), "Ketzer" ("Herejes"), und "Wie Staub im Wind" ("Como polvo en el viento") sowie sein jüngstes Buch "Morir en la arena". Besondere Beachtung fand "Der Mann, der Hunde liebte" ("El hombre que amaba a los perros", 2009), in dem Padura die Geschichte Leo Trotzkis, seines Mörders Ramón Mercader und die ideologischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts nachzeichnet – ein Roman, der längst als Klassiker gilt. Die Verleihung findet am 30. September im Nationalen Kunstmuseum von Katalonien (MNAC) statt, im Rahmen der internationalen Buchmesse Liber, die vom 29. September bis 1. Oktober in Barcelona mehr als 250 Verlage und Unternehmen der spanischsprachigen Buchbranche zusammenbringt. Die Nachricht erreichte Padura in Medellín, Kolumbien, wo er im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zu Salsa und Son auftrat, bevor es zur Feria del Libro im kolumbianischen Bucaramanga weiterging. Der Autor, der im Oktober 71 Jahre alt wird, betonte gegenüber Café Fuerte seine Verbundenheit mit seiner Heimat: "A Cuba pertenezco y en Cuba permanezco" – Kuba gehöre er, in Kuba bleibe er. Trotz eines dichten Terminplans mit Auftritten in der Dominikanischen Republik, beim Festival Latinoamericano de Cine y Literatura im französischen Biarritz, beim Festival Cosmopoética in Córdoba sowie einer Werkpräsentation in Madrid arbeitet Padura bereits an einem neuen Roman: erneut mit Mario Conde als Hauptfigur, der darin auf seinen 70. Geburtstag zugeht, desillusionierter denn je über sein Land – und auf der Suche nach einer verschwundenen Frau, die ein Erbe von zwei Millionen Euro antreten soll. Der Premio Liber wurde 1978 von der FGEE ins Leben gerufen und würdigt seither jährlich Autorinnen und Autoren mit herausragenden Beiträgen zur spanischsprachigen Literatur. Autor: Leon Latozke
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