Neues aus Kuba
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Kuba setzt verstärkt auf Solarenergie, um seine langanhaltende Stromkrise zu bewältigen. Bereits 32 der geplanten 51 Solarparks sind ans nationale Netz angeschlossen und liefern täglich Strom, während weitere Anlagen bis Ende 2025 folgen sollen.
12.10.2025 08:18 Uhr
Kuba setzt zunehmend auf Sonnenenergie, um die anhaltende Stromkrise im Land zu lindern. Nach Angaben der Regierung sind derzeit 32 Photovoltaikparks bereits an das nationale Stromnetz angeschlossen – mehr als die Hälfte der insgesamt 51 Anlagen, die bis Ende 2025 in Betrieb gehen sollen. Zusammen sollen sie eine Leistung von über 1.000 Megawatt (MW) bereitstellen und so einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems leisten.
Das milliardenschwere Programm gilt als Kernstück der kubanischen Strategie, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Nach offiziellen Angaben übersteigen die Investitionen eine Milliarde US-Dollar und werden vollständig vom Staat finanziert. Trotz wirtschaftlicher Engpässe will die Regierung das Projekt konsequent fortführen. Sieben der neuen Solarparks wurden von China gespendet, die übrigen entstehen mit nationalen Mitteln. Die 32 bereits in Betrieb befindlichen Anlagen speisen kontinuierlich Strom in das nationale Netz ein und gelten laut Energieministerium als „Rückgrat der Tagesproduktion“. Sie tragen dazu bei, die durch alternde Thermokraftwerke verursachten Engpässe tagsüber zu mildern. Der Rest der geplanten Parks soll bis Ende 2025 schrittweise ans Netz gehen, während parallel neue Batteriespeichersysteme aufgebaut werden, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Vier dieser Speicheranlagen – in Cueto, Bayamo, El Cotorro und an der Technischen Universität Havanna (CUJAE) – sollen Schwankungen in der Stromproduktion ausgleichen und sogenannte automatische Abschaltungen verhindern, die bisher häufig durch Frequenzdefizite im Netz ausgelöst wurden. Laut dem Direktor der staatlichen Elektrizitätsunion (UNE), Alfredo López, sind diese Batteriesysteme entscheidend, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten und die Schwächen konventioneller Kraftwerke auszugleichen. Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete das Solarprogramm als Beweis dafür, dass Kuba trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten Fortschritte in Richtung Energieautarkie erzielt. Zwar gebe es weiterhin häufige Stromausfälle, doch der Präsident betonte, dass die bereits angeschlossenen 32 Solarparks „einen spürbaren Unterschied“ bei der Tagesversorgung machten. Die Regierung sehe in der Solarenergie „das Arbeitspferd der Energieproduktion“ und plane, die Kapazitäten in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Die Energiekrise hält das Land seit Jahren in Atem und hat erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Alltag. Viele der alten Thermokraftwerke arbeiten am Limit, Ersatzteile und Brennstoffe sind knapp. Angesichts dieser Lage setzt Kuba verstärkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien als tragfähige Lösung für die kommenden Jahre. Mit dem Solarprogramm will Havanna nicht nur die Stromversorgung stabilisieren, sondern auch den technologischen Wandel vorantreiben. Bis 2026 soll die installierte Leistung der erneuerbaren Energien weiter steigen. Fachleute sehen darin einen wichtigen Schritt, um die Modernisierung des kubanischen Energiesystems voranzutreiben und langfristig unabhängiger von Energieimporten zu werden. Trotz noch spürbarer Engpässe und anhaltender Netzprobleme wertet die Regierung die bisher erreichten Fortschritte als Erfolg. Die 32 bereits aktiven Solarparks markieren einen sichtbaren Fortschritt auf dem Weg zu einer zuverlässigeren, nachhaltigeren Stromversorgung. Kuba versucht, mit begrenzten Mitteln eine strukturelle Energiewende einzuleiten – und die Sonne als wichtigste heimische Energiequelle stärker zu nutzen. Autor: Leon Latozke
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