Neues aus Kuba
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29.03.2026 12:00 Uhr
Die US-Basis in Guantánamo wirkt wie eine Insel innerhalb Kubas. Außen herrschen Engpässe und Ausfälle, innerhalb funktionierende Infrastruktur und Alltag nach westlichem Standard. Die Anlage ist nicht nur militärisch relevant, sondern auch politisch umstritten und historisch tief in die Beziehungen zwischen den USA und Kuba eingebettet.
Die US-Marinebasis in der Bucht von Guantanamo Bay Naval Base im Südosten von Cuba wirkt wie ein abgeschottetes Paralleluniversum auf einer Insel, die von einer tiefen Krise geprägt ist. Seit mehr als einem Jahrhundert besteht dieses militärische Areal, das die Vereinigten Staaten seit 1903 gegen den Willen Havannas kontrollieren. Zwischen der Basis und dem übrigen Staatsgebiet verläuft nicht nur ein Zaun, sondern auch eine ideologische, wirtschaftliche und historische Trennlinie, die kaum überbrückbar erscheint.
Während Kuba insgesamt mit einer anhaltenden humanitären und wirtschaftlichen Notlage kämpft, verschärft durch internationale Sanktionen und Engpässe bei der Energieversorgung, präsentiert sich die etwa 116 Quadratkilometer große Basis als funktionierende, nahezu autarke Enklave. Dort sind Supermärkte gut gefüllt, Fahrzeuge bewegen sich ohne erkennbare Treibstoffprobleme, und selbst nachts bleibt die Infrastruktur durchgehend beleuchtet. Der Kontrast könnte deutlicher kaum sein: Nur wenige Kilometer entfernt erleben viele Kubaner wiederkehrende Stromausfälle und Versorgungslücken. Innerhalb der US-Anlage hingegen erinnert das Alltagsleben eher an eine typische Kleinstadt in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Vergleich zu Regionen wie Florida. Restaurants, Kinos und internationale Fast-Food-Ketten prägen das Bild, während Hinweise auf die kubanische Umgebung eher selten sind. Trotz der klaren Abgrenzung gibt es vereinzelte kulturelle Spuren Kubas innerhalb des Stützpunkts. Dazu zählen etwa religiöse Symbole wie die Verehrung der „Virgen de la Caridad del Cobre“, die als Schutzpatronin Kubas gilt, sowie Straßennamen, die an historische Persönlichkeiten wie José Martí oder Antonio Maceo erinnern. Auch vereinzelte Pflanzen- und Tierarten der Region, darunter Palmen oder lokale Reptilien, sind präsent. Historisch verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba insbesondere nach der Machtübernahme von Fidel Castro im Jahr 1959. Kuba brach 1961 die diplomatischen Beziehungen ab und stellte 1964 die Versorgung der Basis mit Wasser und anderen Ressourcen ein. Seitdem ist die Anlage vollständig auf Eigenversorgung angewiesen. Die US-Seite zahlt weiterhin eine symbolische Pacht, die von Kuba jedoch nicht mehr akzeptiert wird. Heute leben und arbeiten rund 6.000 Menschen auf dem Gelände, das über eigene Energieversorgung, Wassersysteme, medizinische Einrichtungen und sogar einen Flughafen verfügt. Versorgungsgüter werden regelmäßig per Schiff oder Flugzeug angeliefert. Obwohl die Basis international vor allem im Zusammenhang mit militärischen und sicherheitspolitischen Themen bekannt ist, bleibt sie zugleich ein strategisch wichtiger Stützpunkt der US-Streitkräfte in der Karibik. Ein kleines Museum auf dem Gelände dokumentiert die Geschichte des Standorts und verweist auf die komplexe politische Situation. Für die kubanische Regierung gilt die Präsenz der USA als völkerrechtlich umstritten, während Washington sich auf ein bilaterales Abkommen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beruft.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/8uk1f)
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