Neues aus Kuba
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US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Kuba deutlich. Nach dem Machtverlust von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro kündigt Washington an, dass künftig weder Öl noch Geld aus Caracas nach Havanna fließen sollen. Trump fordert Kuba auf, „einen Deal zu machen“, ohne Details zu nennen.
12.01.2026 10:30 Uhr
Abbildung: 6. Januar 2026: Präsident Trump bei Rede im Kennedy Center, Washington. The White House, P20260106DT-0440, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba stehen erneut vor einer Eskalation. US-Präsident Donald Trump hat der kubanischen Führung unmissverständlich signalisiert, dass sie künftig weder Öl noch finanzielle Unterstützung aus Venezuela erwarten könne. Die Karibikinsel habe, so Trump, über Jahre hinweg von venezolanischen Lieferungen profitiert und diese mit sicherheitspolitischer Unterstützung für die Regierungen von Hugo Chávez und Nicolás Maduro vergolten. Diese Phase sei nun beendet.
In mehreren Stellungnahmen auf der Plattform Truth Social erklärte Trump, es werde „kein Öl und kein Geld mehr für Kuba geben – null“. Zugleich forderte er Havanna auf, „rechtzeitig einen Deal zu machen“, ohne näher zu erläutern, wie ein solcher aussehen könnte. Die Wortwahl reiht sich ein in eine Serie scharfer Äußerungen, mit denen der US-Präsident seit der jüngsten Entwicklung in Venezuela den politischen Druck auf Kuba erhöht. Ausgangspunkt ist der Machtverlust des venezolanischen Langzeitherrschers Nicolás Maduro, der nach Angaben aus Washington von US-Kräften festgesetzt wurde. Trump stellt den Sturz Maduros als geopolitischen Wendepunkt dar und erklärt die bisherige Allianz zwischen Caracas und Havanna faktisch für beendet. Venezuela war über Jahre der wichtigste Energielieferant Kubas. Das subventionierte Erdöl bildete eine zentrale Säule der kubanischen Wirtschaft, die unter strukturellen Problemen, Devisenmangel und den Folgen der US-Sanktionen leidet. Nach Angaben aus dem Umfeld der US-Regierung haben seit der Festnahme Maduros keine Öltanker mehr Venezuela in Richtung Kuba verlassen. Sollten die Lieferungen dauerhaft ausbleiben, hätte dies erhebliche Folgen für die Energieversorgung der Insel. Bereits in der Vergangenheit führten Kürzungen venezolanischer Ölexporte zu Stromausfällen, Produktionsrückgängen und spürbaren Belastungen für die Bevölkerung. Trump argumentiert, Kuba habe im Gegenzug für Öl und Geld venezolanische Regierungen mit Sicherheitsdiensten unterstützt. Zudem behauptete er, ein Teil des kubanischen Sicherheitspersonals in Venezuela sei bei dem US-Einsatz ums Leben gekommen. Unabhängig von der genauen Faktenlage unterstreichen die Aussagen den Versuch Washingtons, die Rolle Kubas in Venezuela zu diskreditieren und die Regierung in Havanna außenpolitisch weiter zu isolieren. Die kubanische Führung reagierte mit deutlicher Zurückweisung. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, Kuba sei ein souveräner Staat, der sich keinen politischen Kurs diktieren lasse. Man sei bereit, das Land gegen äußere Bedrohungen zu verteidigen. Die Stellungnahme verdeutlicht, dass Havanna derzeit nicht auf Deeskalation setzt, sondern auf innenpolitische Geschlossenheit und Widerstandsrhetorik. In den USA fanden Trumps Drohungen vor allem bei republikanischen Politikern aus Florida Zustimmung. Sie sehen in der aktuellen Lage eine Gelegenheit, den politischen Wandel in Kuba zu beschleunigen. Trump selbst äußerte mehrfach die Einschätzung, das kubanische System sei ohne venezolanische Unterstützung kaum überlebensfähig. Parallel dazu verhandeln Washington und die neue Führung in Caracas über ein umfangreiches Ölabkommen. Demnach könnten künftig große Mengen venezolanischen Rohöls in die USA geliefert werden, während die Erlöse unter Aufsicht des US-Finanzministeriums stehen sollen. Für Kuba würde dies bedeuten, endgültig den Zugang zu seinem wichtigsten externen Energielieferanten zu verlieren. Für die Insel zeichnet sich damit eine kritische Phase ab. Der Wegfall venezolanischer Hilfe trifft ein Land, das sich bereits in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise befindet. Zugleich verschärft Washington den Ton und knüpft mögliche Erleichterungen an unklare politische Bedingungen. Ob Havanna auf Trumps Forderungen eingeht oder den Konfrontationskurs fortsetzt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Die jüngsten Entwicklungen erhöhen den wirtschaftlichen und politischen Druck auf Kuba erheblich.
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