Neues aus Kuba
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27.05.2026 09:00 Uhr
Neue Anreize für Kubas Energiewende: Ab 1. Juni zahlt der staatliche Stromversorger 90 Pesos pro eingespeister kWh Ökostrom. Zudem werden Einnahmen aus dem Stromverkauf steuerfrei.
Kubanische Haushalte und Unternehmen, die Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz einspeisen, erhalten ab Juni 2026 eine radikal verbesserte Vergütung. Der staatliche Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) zahlt dann 90 kubanische Pesos pro Kilowattstunde – umgerechnet etwa 15 Eurocent. Das ist bis zu 30 Mal mehr als bisher. Mit diesem Schritt will die Regierung endlich einen wirtschaftlichen Anreiz schaffen, damit mehr Privatleute und Betriebe auf Solarenergie setzen. Die alte Regelung aus dem Jahr 2023 hatte mit drei Pesos (Nicht-Wohnbereich) beziehungsweise sechs Pesos (Privathaushalte) faktisch jede Motivation untergraben. Der neue Einheitstarif gilt nun für alle Erzeuger, unabhängig von Tageszeit oder Nutzertyp, und umfasst Solar-, Wind- und andere erneuerbare Quellen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Einspeisevergütung für Solarstromüberschüsse aktuell bei knapp acht Cent, bei Volleinspeisung bei gut zwölf Cent pro Kilowattstunde.
Vizefinanzministerin Yenisley Ortiz Mantecón begründete die Anpassung mit der bisherigen Verzerrung: Die alten Sätze hätten die tatsächlichen Kosten nicht widergespiegelt. Zusätzlich werden Einnahmen aus dem Stromverkauf künftig komplett von der Dienstleistungssteuer befreit. Ein separater Behördengang sei dafür nicht nötig, erklärte die Ministerin. Steuerpflichtige könnten den Betrag einfach von ihrer monatlichen digitalen Steuerzahlung abziehen, sofern sie Vertrag und Rechnung aufbewahrten. Der stellvertretende UNE-Direktor Mario Castillo Salas gab Details zur Umsetzung bekannt: Bestehende Verträge werden zum 1. Juni automatisch angepasst. Neue Interessenten können ab dem 28. Mai online oder in einer UNE-Geschäftsstelle einen Antrag stellen. Der gesamte Prozess – von der Antragstellung über den Technikerbesuch bis zur Vertragsunterzeichnung und dem Einbau eines bidirektionalen Zählers – soll innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen sein. Die UNE verfüge über ausreichend Geräte, versicherte Castillo Salas. Eine wichtige technische Einschränkung betonte der UNE-Direktor: Solaranlagen können während eines Stromausfalls keine Energie ins Netz liefern. Die Einspeisung und damit die Vergütung fließt nur, wenn der jeweilige Stromkreis aktiv ist. Das macht Anschlüsse an prioritär versorgte Leitungen – etwa solche, an denen Krankenhäuser hängen – potenziell attraktiver. Die Maßnahme fällt in eine Zeit extremer Energieknappheit. Seit Januar erreichte Kuba nur eine Rohöllieferung aus Russland, eine Folge der verschärften US-Sanktionen. Verschärfend kommt hinzu, dass die französische Reederei CMA CGM die Lieferung von Ersatzteilen für das wichtigste Kraftwerk des Landes, Antonio Guiteras in Matanzas, ausgesetzt hat. Der Liegestopp ist eine direkte Folge der US-Sanktionen vom 1. Mai, die auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd dazu bewogen, ihre Kubageschäfte einzustellen. Kuba hat angekündigt, bis 2028 insgesamt 92 Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 2.000 Megawatt zu errichten. Bereits jetzt haben viele Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im Zuge der Krise Solarpaneele installiert. Die Einfuhren aus China stiegen ab 2025 außerordentlich an. Schon heute deckt Solarenergie rund zehn Prozent der Stromerzeugung – ein zentrales Problem bleibt jedoch die fehlende Batteriespeicherkapazität, deren Aufbau erst beginnt. Bisher ging auf der Karibikinsel nur eion Solarpark mit Batteriespeicher ans Netz. Die 5-Megawatt-Anlage in Mangua gleicht durch Speicherung von einem Megawatt Spannungs- und Frequenzschwankungen aus.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/yvrbi)
Autor: Leon Latozke
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