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Menschenrechtslage in kubanischen Gefängnissen: Zwei Todesfälle und Dutzende Verstöße im Oktober13/11/2025
Ein aktueller Bericht der unabhängigen Menschenrechts-NGO CDPC dokumentiert im Oktober 67 Verstöße gegen die Rechte von Gefangenen in Kuba sowie zwei Todesfälle. Häufige Missstände waren Schikanen, verweigerte medizinische Versorgung und mangelhafte Haftbedingungen. Zudem wurden Krankheitsausbrüche in Arbeitslagern gemeldet.
13.11.2025 05:00 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Nach Angaben der unabhängigen Organisation Centro de Documentación de Prisiones Cubanas (CDPC) kam es im Oktober in kubanischen Haftanstalten zu 67 dokumentierten Menschenrechtsverletzungen gegenüber mindestens 47 Gefangenen. Zwei Häftlinge kamen demnach ums Leben. Das CDPC, mit Sitz in Mexiko, veröffentlicht regelmäßig Berichte über die Zustände in den Gefängnissen der Insel und gilt als eine der wenigen Quellen, die systematisch Informationen über Haftbedingungen in Kuba zusammentragen.
Dem aktuellen Monatsbericht zufolge sind in 13 Fällen namentlich bekannte Gefängnisbeamte – zwölf Männer und eine Frau – als direkte Täter identifiziert worden. Die häufigsten Formen der Misshandlung betrafen laut CDPC unterschiedliche Formen von Schikanen (50 Fälle), die Verweigerung medizinischer Versorgung (24), unzureichende Lebensbedingungen (12), willkürliche Verlegungen (10), mangelhafte Ernährung (9) sowie körperliche Misshandlungen oder Folter (7). Besondere Besorgnis äußerte die Organisation über den Gesundheitszustand in mehreren sogenannten „Arbeitslagern“. Dort seien Ausbrüche von Dengue, Chikungunya und Oropouche-Fieber verzeichnet worden – Krankheiten, die durch Insektenstiche übertragen werden und deren Ausbreitung die kubanische Regierung kürzlich als epidemisch eingestuft habe. Nach Einschätzung der Menschenrechtsbeobachter verschärfen die hygienischen und medizinischen Defizite in den Lagern die Gefährdung der Inhaftierten erheblich. Unter den Todesfällen, die im Oktober registriert wurden, befindet sich der 43-jährige Serguey Marrero Faure, der in der Haftanstalt von Guantánamo an den Folgen einer unbehandelten Thrombose verstarb. Nach Angaben des CDPC war ihm trotz eindeutiger Symptome ärztliche Hilfe verweigert worden. Der zweite Todesfall betrifft den Gefangenen Yoendris Tornés, der in einem Arbeitslager im Westen Havannas tot aufgefunden wurde. Offiziell gilt sein Tod als Suizid; das CDPC schließt jedoch nicht aus, dass die Haftbedingungen oder der Zwang zur Arbeit eine Rolle gespielt haben könnten. Im Rückblick auf den Zeitraum von März 2024 bis März 2025 dokumentierte die Organisation insgesamt 60 Todesfälle in kubanischen Gefängnissen. 47 davon seien auf gesundheitliche Probleme und mangelnde medizinische Betreuung zurückzuführen, sieben auf direkte Gewaltanwendung durch Vollzugsbeamte. Die kubanische Regierung reagiert auf solche Berichte in der Regel mit dem Hinweis, dass das Land über eines der humansten Justizsysteme Lateinamerikas verfüge und Missstände Einzelfälle seien. Unabhängige Überprüfungen sind jedoch kaum möglich: Internationale Menschenrechtsorganisationen erhalten keinen Zugang zu den Haftanstalten der Insel, und staatliche Medien berichten selten über Todesfälle oder Krankheitsausbrüche hinter Gefängnismauern.
Quelle: CDPC (https://t1p.de/zwfhb)
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Text: Leon Latozke
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