Neues aus Kuba
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Kuba kämpft weiter mit massiven Stromausfällen, die in vielen Regionen bis zu 20 Stunden täglich dauern. Um die Lage kurzfristig zu stabilisieren, treffen in den kommenden Tagen zwei Schiffe aus Mexiko mit insgesamt 80.000 Barrel Treibstoff ein, doch die Lieferung reicht nur teilweise aus, um den akuten Engpass zu lindern.
20.12.2025 17:30 Uhr
Abbildung: Jorge Díaz Serrano, Logo Petróleos Mexicanos, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Kuba steht erneut vor einer schweren Energiekrise. In den kommenden Tagen sollen zwei Schiffe aus Mexiko mit insgesamt 80.000 Barrel Treibstoff auf der Insel eintreffen, um die anhaltenden Stromausfälle abzumildern. Dies geht aus Daten des Energy Institute der Universität von Texas hervor, die EFE zur Verfügung standen.
Die beiden Schiffe, die unter liberianischer Flagge fahren, heißen Ocean Mariner und Eugenia Gas. Während die Eugenia Gas bereits entlang der Nordküste Kubas Richtung Hafen von Moa unterwegs ist, belädt die Ocean Mariner derzeit noch die Anlagen von Petróleos Mexicanos (Pemex) im Süden Mexikos. Die Versorgung durch Mexiko erfolgt in einem kritischen Moment. Kubas Stromnetz leidet seit Mitte 2024 unter wiederkehrenden Ausfällen. Veraltete thermische Kraftwerke und fehlende Devisen zur Beschaffung von Treibstoff führen zu täglichen Unterbrechungen von 20 Stunden oder mehr in weiten Teilen des Landes. In den letzten zwölf Monaten kam es zu fünf vollständigen Systemzusammenbrüchen sowie mehreren teilweisen Ausfällen. Diese Stromausfälle lähmen Industrie, Handel und Alltag und erhöhen den sozialen Druck auf die Regierung. Die aus Mexiko gelieferten 80.000 Barrel decken nur einen kleinen Teil des täglichen Bedarfs von rund 110.000 Barrel. Etwa 40.000 Barrel werden in Kuba selbst produziert. Laut der Nationalen Statistikbehörde (ONEI) werden 60 Prozent des Treibstoffs importiert, davon entfallen rund 65 Prozent auf die thermischen Kraftwerke. Die Rolle Mexikos als kurzfristiger Lieferant gewinnt an Bedeutung, da Venezuela, traditionell Hauptlieferant, angesichts des zunehmenden US-amerikanischen Drucks auf Caracas nur noch eingeschränkt liefern kann. Pemex selbst, derzeit die verschuldetste staatliche Ölgesellschaft der Welt, kann mit der Lieferung lediglich einen Teil des akuten Defizits abdecken. Experten betonen, dass diese Lieferungen keine dauerhafte Lösung darstellen. Ohne Modernisierung der veralteten Energieinfrastruktur und eine stabile Versorgung mit importiertem Rohöl bleibt Kuba anfällig für weitere Ausfälle. Die Stromunterbrechungen beeinträchtigen die Produktion, den Handel und die alltägliche Versorgung der Bevölkerung, von Lebensmitteln bis hin zu medizinischen Einrichtungen. Die kubanische Regierung steht vor der Herausforderung, kurzfristige Engpässe auszugleichen und zugleich langfristige Strategien für die Energieversorgung zu entwickeln. Die Lieferung aus Mexiko wirkt vorerst als provisorische Maßnahme, während die Suche nach stabilen internationalen Partnern für die Energieversorgung weiterhin höchste Priorität hat.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/et9ph)
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