Neues aus Kuba
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Mexiko öffnet die Tür für eine Luftbrücke nach Kuba. Präsidentin Sheinbaum will humanitäre Hilfe per Flug erleichtern, während die Insel unter massiver Energieknappheit leidet. Neben Lebensmittellieferungen steht weiterhin die Frage künftiger Ölexporte im Raum.
13.02.2026 19:15 Uhr
Abbildung: Symbolbild Claudia Sheinbaum bei einer Pressekonferenz im Juni 2025 (Quelle: EneasMx, Claudia Sheinbaum acepta preguntas en su conferencia de prensa, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 4.0)
Die Regierung von Mexiko hat ihre Bereitschaft bekräftigt, eine Luftbrücke nach Kuba einzurichten, um die Versorgung der Insel mit humanitären Gütern zu erleichtern. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte während ihrer morgendlichen Pressekonferenz am Freitag (13.) in Mexiko-Stadt, ihr Land könne entsprechende logistische Bedingungen schaffen – vorausgesetzt, Havanna stelle ein formelles Ersuchen.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden Energie- und Versorgungskrise auf der Karibikinsel. Bereits in dieser Woche entsandte Mexiko zwei Schiffe mit mehr als 814 Tonnen Lebensmitteln und weiteren Hilfsgütern. Nach Angaben der Präsidentin stehen darüber hinaus über 1.500 Tonnen Milchpulver und Bohnen für einen möglichen weiteren Transport bereit. Auch künftig wolle man Unterstützung leisten, betonte Sheinbaum, und verwies auf die traditionelle mexikanische Politik regionaler Kooperation sowie auf die Achtung der kubanischen Souveränität. Treibstoff als Engpass Im Zentrum der aktuellen Krise steht der Mangel an Flugzeugtreibstoff auf Kuba. Die Insel kann ihre Flughäfen derzeit nicht ausreichend mit Kerosin versorgen, was sowohl die Ankunft internationaler Hilfslieferungen als auch den Tourismus erheblich beeinträchtigt. Sheinbaum stellte klar, dass Flüge zwischen Mexiko und Kuba nicht eingeschränkt seien. Mexikanische Airlines könnten Kuba weiterhin anfliegen, da sie in Mexiko problemlos Turbinenkraftstoff tanken könnten. „Hier gibt es Kerosin, und es ist sehr nah“, erklärte sie mit Blick auf die geografische Nähe beider Länder. Eine Luftbrücke über mexikanisches Territorium könnte die Anlieferung dringend benötigter Güter erheblich beschleunigen. Die jüngsten Hilfsschiffe benötigten vier Tage bis zur Ankunft in Havanna. Der Luftweg würde eine flexiblere und schnellere Versorgung ermöglichen – gerade in einer Phase, die Beobachter als kritisch bezeichnen. Internationale Spannungen und Ölfrage Die humanitäre Dimension ist eng mit geopolitischen Spannungen verknüpft. Seit die US-Regierung unter Donald Trump den Druck auf Kuba verschärft jhat ist die Energieversorgung weiter unter Druck geraten. Mexiko prüft derzeit, wie Ölexporte – etwa durch den staatlichen Konzern Pemex – wieder aufgenommen werden könnten, ohne selbst von angekündigten US-Zöllen oder Sanktionen betroffen zu sein. Eine Entscheidung dazu steht noch aus; ein unmittelbarer Ölversand ist nicht Teil der aktuellen Hilfsmaßnahmen. Die Auswirkungen der Energieknappheit sind auf Kuba bereits deutlich spürbar. Die Regierung von Miguel Díaz-Canel musste Fluggesellschaften darüber informieren, dass kein Treibstoff mehr für die Betankung verfügbar sei. In der Folge setzte unter anderem Air Canada ihre Kuba-Flüge aus und begann mit der Rückführung von Touristen. Der Einbruch im Tourismus trifft eine der wichtigsten Devisenquellen des Landes. Warnung vor humanitärem Kollaps Auch die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt. Eine Sprecherin der UNO warnte vor einem möglichen humanitären Kollaps infolge der Energieknappheit. Stromversorgung, Gesundheitswesen, Wasserversorgung und Lebensmittelproduktion seien in hohem Maße von fossilen Brennstoffen abhängig. Die sozioökonomische Krise habe unmittelbare Auswirkungen auf die Grundrechte der Bevölkerung. Mexiko positioniert sich in dieser Lage als logistischer und politischer Partner Havannas. Mit der möglichen Luftbrücke würde Mexiko nicht nur den Transport von Hilfsgütern beschleunigen, sondern auch einen indirekten Beitrag zur Stabilisierung des Tourismus leisten. Ob und wann Kuba das formelle Ersuchen stellt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Energiefrage ist zum neuralgischen Punkt der aktuellen Krise geworden – mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Alltag auf der Insel.
Quellen: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/wzf8l), EL PAÍS (https://t1p.de/3z2o5)
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