Neues aus Kuba
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Mexiko sucht nach einem Weg, Kuba trotz massiven Drucks aus Washington weiter mit Treibstoff zu versorgen. Zwischen humanitärem Anspruch, innenpolitischem Druck und wirtschaftlichen Risiken versucht Claudia Sheinbaums Regierung, diplomatische Spielräume auszuloten.
06.02.2026 07:45 Uhr
Abbiuldung: Symbolbild Claudia Sheinbaum (2020) von Secretaría de Cultura Ciudad de México, CC BY 2.0
Mexiko bemüht sich um einen Ausweg aus einem außenpolitisch heiklen Dilemma. Die Regierung in Mexiko-Stadt prüft derzeit, wie sie Kuba weiterhin mit Treibstoff versorgen kann, ohne dabei von den Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt zu werden. Washington hatte zuletzt angekündigt, Länder zu sanktionieren, die Öl oder raffinierte Produkte an die Karibikinsel liefern. Nach Angaben aus Regierungskreisen laufen dazu intensive Gespräche zwischen hochrangigen Vertretern beider Länder.
Kuba ist stark von Energieimporten abhängig und deckt rund zwei Drittel seines Bedarfs aus dem Ausland. Seit Monaten leidet das Land unter zunehmenden Stromausfällen, Engpässen im öffentlichen Verkehr und langen Warteschlangen an Tankstellen. Die Lage hat sich weiter verschärft, nachdem Lieferungen aus Venezuela ausgeblieben sind. Hintergrund sind eine von den USA verhängte Blockade venezolanischer Tanker sowie die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro Anfang Januar. In der Folge entwickelte sich Mexiko zum wichtigsten verbliebenen Treibstofflieferanten Kubas. Diese Rolle bringt Mexiko jedoch zunehmend unter Druck. Mitte Januar setzte die Regierung die Ausfuhr von Rohöl und Kraftstoffen nach Kuba aus. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump per Dekret Strafzölle gegen Staaten angekündigt, die weiterhin Öl an das kommunistisch regierte Land liefern. Die US-Regierung bezeichnet Kuba als „außerordentliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit – eine Einschätzung, die Havanna zurückweist. Nach Informationen aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen versucht Mexiko nun, den genauen Umfang der angedrohten Maßnahmen auszuloten. Ziel sei es, rechtliche Spielräume zu identifizieren, die eine begrenzte Lieferung von Treibstoffen erlauben könnten. Diskutiert wird unter anderem, Lieferungen als humanitäre Hilfe zu deklarieren, etwa zur Sicherstellung der Stromversorgung von Krankenhäusern oder des öffentlichen Verkehrs. Ob Washington sich auf eine solche Auslegung einlässt, ist offen. Innenpolitisch ist die Frage für Präsidentin Claudia Sheinbaum brisant. Ihre linksgerichtete Morena-Partei unterhält seit Jahrzehnten enge politische und historische Beziehungen zu Kuba. Innerhalb der Regierungskoalition wächst der Druck, die Unterstützung Havannas nicht vollständig einzustellen. Zugleich ist Mexiko wirtschaftlich stark mit den USA verflochten und versucht, eine Eskalation im Handelskonflikt zu vermeiden. Auch international wächst die Sorge über die Lage auf der Insel. Die kubanische Regierung kündigte an, einen Notfallplan für eine Phase „akuter Treibstoffknappheit“ vorzubereiten. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einem möglichen humanitären Kollaps, sollte Kuba keinen Zugang zu Energieimporten erhalten. Besonders Krankenhäuser, die Lebensmittelversorgung und andere grundlegende Dienstleistungen seien bedroht. Sheinbaum erklärte zuletzt, Strafzölle gegen Länder, die Kuba mit Öl versorgen, könnten eine weitreichende humanitäre Krise auslösen. Diese müsse durch Dialog und unter Achtung des Völkerrechts verhindert werden. Ob Mexiko tatsächlich eine tragfähige Lösung findet, bleibt ungewiss. Der Fall zeigt jedoch, wie eng humanitäre Fragen, geopolitische Interessen und wirtschaftlicher Druck in der Lateinamerikapolitik derzeit miteinander verwoben sind.
Quelle: REUTERS (https://t1p.de/ibmnh)
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