Neues aus Kuba
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Mexiko will Kuba weiter mit humanitären Gütern versorgen. Präsidentin Sheinbaum kündigte neue Schiffslieferungen an, während die Insel auf massive Stromausfälle zusteuert. Auch Flugverbindungen bleiben bestehen. Parallel bemüht sich Mexiko diplomatisch um eine Wiederaufnahme der Öllieferungen – trotz wachsendem Druck aus den USA.
11.02.2026 18:00 Uhr
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Mexiko will seine humanitären Lieferungen nach Kuba fortsetzen. Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, unmittelbar nach der Rückkehr eines Marineschiffs, das am vergangenen Wochenende mit Hilfsgütern zur Insel aufgebrochen war, eine weitere Lieferung auf den Weg zu bringen. Der jüngste Transport soll am Donnerstag eintreffen. „Das Schiff kehrt zurück, und es wird eine zweite Sendung geben – und so wird es weitergehen“, erklärte Sheinbaum.
Die Lieferungen erfolgen vor dem Hintergrund einer sich dramatisch zuspitzenden Energiekrise auf Kuba. Nach offiziellen Prognosen könnten zu Spitzenzeiten fast zwei Drittel der Insel ohne Strom bleiben. Ursache ist vor allem ein akuter Treibstoffmangel, der die Stromerzeugung massiv einschränkt. Neben staatlichen Hilfsgütern engagieren sich auch mehrere mexikanische zivilgesellschaftliche Organisationen, die Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter sammeln. Die Präsidentin stellte in Aussicht, diese Initiativen enger mit der Regierung zu verzahnen, sodass ihre Hilfspakete gemeinsam mit den Sendungen der mexikanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit verschifft werden können. Parallel dazu bleiben die Flugverbindungen zwischen Mexiko und Kuba in Betrieb. Während mehrere internationale Fluggesellschaften ihre Verbindungen wegen fehlender Kerosinversorgung auf der Insel ausgesetzt haben, betonte Sheinbaum, dass mexikanische Airlines weiterhin starten. Die Maschinen würden in Mexiko betankt und seien daher nicht auf die knappen kubanischen Vorräte angewiesen. „Es ist nicht verboten, die Insel anzufliegen“, sagte sie und wies Spekulationen zurück, dies könne Spannungen mit den USA verschärfen. Washington hatte seine Sanktionspolitik gegenüber Havanna zuletzt weiter verschärft. Der Tourismussektor, eine zentrale Einnahmequelle Kubas, leidet erheblich unter den Flugausfällen. Besonders ins Gewicht fällt die bis Mai angekündigte Aussetzung kanadischer Verbindungen – Kanada gilt als wichtigster Herkunftsmarkt für Kuba. Dagegen verzeichneten Mexiko und Russland zuletzt einen Anstieg der Besucherzahlen. Nach Angaben der mexikanischen Zivilluftfahrtbehörde transportierten Aeroméxico und Viva im vergangenen Jahr 271.888 Passagiere nach Kuba, ein Plus von 5,2 Prozent. Viva, die 63 Prozent der Flüge im Jahr 2025 verantwortete, hob hervor, dass sie ihren Treibstoffbedarf vollständig in Mexiko decken könne. Neben humanitären Gütern bleibt jedoch die Energieversorgung das drängendste Problem. Nachdem die USA die Kontrolle über venezolanische Ölexporte übernommen hatten, verlor Kuba seinen wichtigsten Lieferanten. Mexiko ist seither mit bestehenden Pemex-Verträgen und im Rahmen humanitärer Hilfe ein zentraler Partner. Unter dem Druck drohender US-Zölle und parteiinterner Kritik hatte Sheinbaum zwischenzeitlich Öllieferungen ausgesetzt – ein bemerkenswerter Kurswechsel in der traditionell engen Beziehung beider Länder. Nun bemüht sich Mexiko diplomatisch um eine rasche Wiederaufnahme der Energielieferungen.
Quelle: EL PAÍS (https://t1p.de/lgbzh)
Autor: Leon Latozke
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