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Mexiko stoppte überraschend eine geplante Öl-Lieferung nach Kuba. Grund sind politische Spannungen mit den USA, die Druck auf Partnerstaaten Kubas ausüben. Die Absage verschärft die Energiekrise auf der Insel.
27.01.2026 08:55 Uhr
Abbildung: Hafenszene in Havanna. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Mexiko hat eine für Januar geplante Lieferung von Rohöl an Kuba überraschend abgesagt. Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht, strich der staatliche Energiekonzern Petróleos Mexicanos (Pemex) das betreffende Schiff aus seinem Frachtplan, obwohl es ursprünglich Mitte des Monats verladen und noch vor Monatsende in Kuba erwartet worden war.
Die Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und dem kommunistisch regierten Inselstaat. US‑Präsident Donald Trump hatte in sozialen Medien erklärt, es werde „kein Öl oder Geld mehr nach Kuba fließen – null“. Diese Rhetorik verstärkt den Druck auf Partnerstaaten Kubas, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu überdenken, nachdem die traditionelle Energieversorgung aus Venezuela nach dem Sturz von Nicolás Maduro weitgehend zum Erliegen gekommen ist. In den vergangenen Jahren war Mexiko zu einem wichtigen Lieferanten von Kraftstoffen für Kuba geworden. Aufgrund des drastischen Einbruchs venezolanischer Ölexporte, verstärkt durch politischen Druck und Handelsblockaden, stieg der Anteil mexikanischer Lieferungen deutlich. Daten aus 2025 zeigen, dass Mexiko durchschnittlich mehrere Tausend Barrel Öl pro Tag nach Kuba lieferte – zeitweise mehr als 19 000 Barrel –, und so half, die schwer angeschlagene kubanische Energieinfrastruktur teilweise zu stützen. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte zuletzt betont, dass Mexiko nicht mehr Öl an Kuba sende als historisch üblich und dass Lieferungen im Rahmen langfristiger Verträge oder als „humanitäre Hilfe“ erfolgten. Zugleich räumte sie ein, dass Mexiko durch den Rückgang venezolanischer Exporte faktisch zu einem der wichtigsten Energielieferanten der Insel geworden sei. Die Absage der Januar‑Lieferung deutet jedoch darauf hin, dass diese Position zunehmend unter dem wachsenden Einfluss geopolitischer Erwägungen steht. Interne Diskussionen in Mexiko sollen sich um mögliche Reaktionen der USA drehen, darunter politische und wirtschaftliche Konsequenzen, sollte Mexiko seine Energiehilfe fortsetzen. Für Kuba kommt dieser Schritt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Insel leidet seit Jahren unter anhaltenden Energieengpässen, chronischen Stromausfällen und Treibstoffmangel, die Wirtschaft und Alltag belasten. Jede Reduzierung in der Ölversorgung verstärkt diese Krise und erhöht den Druck auf die kubanische Führung. Die Absage der aktuellen Lieferung könnte daher nicht nur symbolisch für das internationale Umfeld stehen, sondern konkrete Auswirkungen auf die Versorgungssituation haben.
Der Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
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