Neues aus Kuba
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Historisch, politisch und wirtschaftlich eng verbunden: Mexiko und Kuba pflegen seit Jahrhunderten stabile Beziehungen. Besonders nach der Revolution 1959 unterstützte Mexiko Kuba ideologisch, lieferte Erdöl und humanitäre Hilfe und widersetzte sich US-Sanktionen.
13.02.2026 09:00 Uhr
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Die Beziehungen zwischen Mexiko und Kuba zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Kontinuität und Nähe aus, die über bloße diplomatische Formalitäten hinausgehen. Historiker und Politikwissenschaftler heben hervor, dass Mexiko eine der symbolisch wichtigsten internationalen Partnerschaften pflegt – eine Verbindung, die tief in der gemeinsamen Geschichte verwurzelt ist und sich über die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinweg besonders intensivierte.
Die Wurzeln dieser Beziehung reichen bis in die Kolonialzeit zurück, als beide Territorien Teil des spanischen Imperiums waren. Nach der kubanischen Unabhängigkeit 1902 erkannte Mexiko das Land als souveränen Staat an und etablierte eine von gegenseitigem Respekt geprägte Partnerschaft innerhalb der karibischen Region. Diese Grundlagen bildeten den Nährboden für die nachfolgenden engen Verbindungen. Die Revolution als Katalysator der Zusammenarbeit Mit der kubanischen Revolution 1959, die den Diktator Fulgencio Batista stürzte, erlebten die bilateralen Beziehungen einen entscheidenden Schub. Mexiko spielte eine zentrale Rolle für die kubanischen Revolutionäre, indem es diesen Unterschlupf bot, Waffenverkäufe erlaubte und politische Unterstützung gewährte. Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara bereiteten Teile der Revolution auf mexikanischem Boden vor, was die Beziehung nicht nur strategisch, sondern auch ideologisch festigte. Diplomatisch zeigte sich Mexikos Position insbesondere 1962, als die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Beziehungen zu Kuba abbrach. Mexiko hingegen lehnte die Trennung ab und unterstützte auch später das von den USA initiierte Embargo gegen Kuba nicht auf internationaler Ebene, etwa bei den Vereinten Nationen. Diese Haltung wird von Experten als Ausdruck einer konstanten Solidarität und eines politischen Konsenses verstanden, der die Souveränität Kubas respektiert und auf Nicht-Intervention setzt. Politik jenseits parteipolitischer Grenzen Trotz politischer Wechsel in Mexiko blieb die Kuba-Politik weitgehend konstant. Unabhängig von der Partei des amtierenden Präsidenten wurde stets eine „strategische und enge Beziehung“ gepflegt. Mexiko agierte dabei als Brücke zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten, was sowohl Sicherheitsinteressen als auch diplomatischen Traditionen entspricht. Seit 2012 beliefert Mexiko Kuba zudem mit Erdöl zu besonders günstigen Konditionen. Unter den Regierungen von Andrés Manuel López Obrador (2018–2024) und der amtierenden Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, hat diese Kooperation eine noch größere ideologische Nähe erfahren, die die historische Beziehung weiter untermauert. Aktuelle Entwicklungen: Humanitäre Hilfe und Energie Die historische Solidarität zeigt sich auch in jüngsten Maßnahmen: Mexiko hat 814 Tonnen Lebensmitteln an Kuba als „humanitäre Hilfe“ geliefert und weiter Lieferungen angekündigt. Gleichzeitig prüft die mexikanische Regierung, wie sie Erdöl an die Insel liefern kann, ohne Sanktionen der Vereinigten Staaten zu riskieren. Dieses Vorgehen spiegelt die langjährige Praxis wider, Kuba politisch und wirtschaftlich zu unterstützen, ohne in internationale Konflikte verwickelt zu werden.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/ab7bd)
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