Neues aus Kuba
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01.03.2026 09:00 Uhr
Zwei mexikanische Marineschiffe bringen erneut tausende Tonnen Lebensmittel nach Kuba. Die Hilfe soll die akute Versorgungskrise lindern – doch Öl bleibt außen vor.
Abbildung: Hafeneinfahrt Havanna (Bildquelle: UnifiedFunctionality, Castle of the Three Kings of Morro and Canal de Entrada, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0)
Zwei Schiffe der mexikanischen Marine haben am Samstagmorgen (28.) die Bucht von Havanna erreicht und eine zweite Lieferung humanitärer Hilfsgüter für Kuba angelandet. Nach Angaben der Behörden umfasst die Fracht rund 1.200 Tonnen Lebensmittel, die zur Linderung der angespannten Versorgungslage auf der Insel bestimmt sind. Die wirtschaftliche Krise des Landes hat sich zuletzt weiter verschärft, auch infolge des anhaltenden Drucks auf die Energieversorgung.
Die Logistikschiffe „Papaloapan“ und „Huasteco“ waren am Dienstag aus Veracruz ausgelaufen und liefen mit technischer Unterstützung in die schmale Hafeneinfahrt ein – ähnlich wie bereits bei einer ersten Lieferung vor einigen Wochen. Der Großteil der Ladung besteht aus Bohnen und Milchpulver: Allein die „Papaloapan“ transportierte über 1.000 Tonnen dieser Grundnahrungsmittel. Hinzu kommen weitere Lebensmittel, die von sozialen Organisationen mit Unterstützung der Regierung von Mexiko-Stadt gesammelt wurden. Die kubanische Vizeaußenministerin Josefina Vidal dankte öffentlich für die Unterstützung aus Mexiko und sprach von Hilfe „für das kubanische Volk“. Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte zuvor bekräftigt, ihr Land werde Kuba weiterhin mit Lebensmitteln unterstützen. Lieferungen von Erdöl sind jedoch ausdrücklich nicht vorgesehen. Hintergrund sind politische Spannungen mit Vereinigte Staaten, die Druck auf Länder ausüben, die Kuba mit Rohöl versorgen. Mexiko ordnet die Hilfslieferung in eine lange Tradition regionaler Solidarität ein. In den vergangenen Monaten habe man auch auf Naturkatastrophen in anderen Teilen des amerikanischen Kontinents reagiert. Die Unterstützung für Kuba erhält damit einen politischen Rahmen, der über reine Nothilfe hinausgeht: Sie ist Signal und Positionsbestimmung zugleich. Bemerkenswert ist indes, dass die Ankunft der Schiffe – anders als sonst bei befreundeten Staaten üblich – nicht öffentlich inszeniert wurde. Weder die erste noch die zweite Lieferung wurde offiziell empfangen. Das könnte als Hinweis auf die Sensibilität der Lage gewertet werden. Während Havanna auf internationale Hilfe angewiesen ist, bleibt die außenpolitische Balance zwischen Solidarität und geopolitischem Druck ein heikler Drahtseilakt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/0h8g9), La Nacion (www.lanacion.com.ar)
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