Neues aus Kuba
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21.05.2026 23:00 Uhr Mit Transparenten und kubanischen Flaggen feierten Exilkubaner in Miami die Anklage gegen Raúl Castro. Die US-Justiz wirft dem 94-Jährigen vor, für den Abschuss von zwei Flugzeugen 1996 verantwortlich zu sein. Der Miami-Exil-Kreis feiert die Anklage gegen Raúl Castro mit unverhohlener Genugtuung. Vor dem berühmten Restaurant Versailles an der Calle Ocho, einem traditionellen Treffpunkt der kubanischen Diaspora, versammelten sich am Mittwoch (20.) rund 50 Menschen, einige mit Plakaten und Fahnen. Die Stimmung war ausgelassen – nicht nur wegen des Unabhängigkeitstags der Insel, sondern vor allem wegen der Anklageerhebung gegen den 94-jährigen Castro. US-Bundesanwälte hatten am Vormittag im Freedom Tower in Miami bekanntgegeben, dass Anklage gegen Castro und fünf weitere Militärs erhoben wurde. Ihnen wird vorgeworfen, 1996 den Abschuss von zwei Flugzeugen der Exilorganisation „Brothers to the Rescue“ angeordnet zu haben, bei dem vier Menschen starben. Die Nachricht schlug Wellen in der Exilgemeinde, die seit Jahrzehnten auf juristische Schritte gegen das Regime in Havanna hofft. Maribel Ramírez, 31, in Havanna geboren und seit 15 Jahren in Miami lebend, trug eine rote Kappe mit der Aufschrift „Make Cuba Great Again“. Gegenüber EL PAÍS sagte sie: „Endlich haben wir wieder Hoffnung. Donald Trump hat den Menschen den Glauben zurückgegeben.“ Die Anklage sei eine längst überfällige Reaktion auf die Verbrechen des Castro-Regimes und Teil einer Strategie, die an die Vorgehensweise gegen Nicolás Maduro in Venezuela erinnere. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte dies in seiner Reaktion genau so gedeutet. Auch María Rodríguez, 62, die 1968 im Alter von fünf Jahren im Freedom Tower mit ihrer Familie abgefertigt wurde, zeigte sich erleichtert. „Es war höchste Zeit, dass gegen Raúl Castro Anklage erhoben wird. Ich hoffe nur, dass sie ihn tatsächlich holen – so wie bei Maduro“ zitiert EL PAÍS die 62-Jährige. Das Treffen vor Versailles fiel mit einer Kundgebung der Republikanischen Partei Floridas zusammen, bei der lokale Politiker Reden hielten, die von Lob für Präsident Trump und anti-kubanischen Parolen durchzogen waren. Die Redner betonten, dass die USA endlich bereit seien, die Verantwortlichen für Angriffe auf US-Bürger zur Rechenschaft zu ziehen – selbst Jahrzehnte später. Agustín Acosta, ein ehemaliger politischer Gefangener, hielt ein Plakat mit den Konterfeis von Díaz-Canel und Raúl Castro hoch, das sie als „Mörder und Terroristen“ bezeichnete. Er erklärte, dass viele Exilanten bereits für den 20. Mai – den Tag der Unabhängigkeitsproklamation Kubas von 1902 – einen Protest geplant hätten, dann aber von der Anklage überrascht worden seien. „Das gibt uns noch mehr Hoffnung.“ Die Castro-Diktatur habe traditionell den 20. Mai verdrängt und stattdessen den 1. Januar als Tag des Triumphes der Revolution gefördert. „Die Diktatur löscht alles aus, zerstört alles und kontrolliert alles. Das ist das Problem“, so Acosta zu EL PAÍS. Am Morgen hatte eine Veranstaltung im Freedom Tower führende Köpfe der Exilgemeinde versammelt. Angehörige der Opfer des Abschusses von 1996 saßen in den vorderen Reihen. Neben ihnen mischten sich Vertreter von Exilorganisationen, lokale Politiker, Museumsdirektoren, Hochschulvertreter und Polizeichefs. Jorge Mas Santos, Präsident der Cuban American National Foundation, sagte: „Heute wird Gerechtigkeit geübt – im Namen der Opfer der abgeschossenen Flugzeuge. Für ihre Familien ist es ein Tag der Erleichterung, aber auch ein Tag, um der Welt die Wahrheit über das kubanische Regime zu sagen.“ Er sehe das Ende der Castro-Diktatur unter der Führung von Trump und Außenminister Marco Rubio nahen. Maggie Alejandre Khully, deren Bruder Armando bei dem Angriff getötet wurde, zeigte sich zurückhaltender: „Wir sind nicht unbedingt glücklich, es ist auch ein trauriger Tag. Aber seit 30 Jahren versuchen wir, Gerechtigkeit zu finden. Die intellektuellen Urheber des Verbrechens müssen ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden, und Raúl Castro hatte als Chef der Luftwaffe sicherlich damit zu tun.“ Ihre Nichte Marlene Alejandre-Triana fügte hinzu, dass man hoffe, die Anklage sei „ein Schritt näher an der Gerechtigkeit für unsere Angehörigen, besonders meinen Vater, der US-Bürger und Veteran war.“ Quelle: EL PAÍS (https://t1p.de/ehi1w)
Autor: Leon Latozke
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