Neues aus Kuba
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06.05.,2026 10:00 Uhr
Kuba hat in Havanna die ersten beiden Modulhäuser aus recycelten Schiffscontainern eingeweiht. Angesichts eines landesweiten Wohnungsdefizits von über 800.000 Einheiten sollen tausende weitere Containerhäuser folgen.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Asiste Díaz-Canel a inauguración de primeras viviendas modulares en La Habana. Rechte beim Uploadenden.
Die kubanische Hauptstadt, einst für ihre prachtvollen Kolonialbauten bewundert, steht vor einem Scherbenhaufen. Während Fassaden verwittern und Decken einstürzen, wagte die Regierung nun einen ungewöhnlichen Schritt: In Havanna wurden die ersten beiden Modulhäuser des Landes eingeweiht, gefertigt aus recycelten Schiffscontainern. Staatschef Miguel Díaz-Canel und weitere Regierungsvertreter versammelten sich am vergangenen Wochenende vor den beiden Wohneinheiten, die an alleinerziehende Mütter vergeben wurden. Eine von ihnen hatte mehr als zwölf Jahre in einem Obdachlosenheim verbracht, die andere hauste mit ihren beiden Teenagern in einem einzigen Raum.
Wie staatliche Medien berichteten, wurden die Häuser in einem Monat gebaut, wobei überschüssiges Material aus Tourismusprojekten, von Kubas Revolutionären Streitkräften entwickelte Technologien und Container, die zuvor für den Import von Teilen für Solarparkprojekte aus China genutzt wurden, zum Einsatz kamen. Ein symbolträchtiger Anfang, denn der Bedarf ist gewaltig: Offiziellen Angaben zufolge fehlen auf der Insel mehr als 800.000 Wohnungen, der größte Druck lastet auf Havanna. Eine Bestandsaufnahme von 2020 ergab, dass von den 3,9 Millionen Wohnungen auf der Insel fast 40 Prozent in schlechtem oder mangelhaftem Zustand waren. Fehlende Instandhaltung, eine tiefe Wirtschaftskrise und extreme Wetterereignisse haben den Verfall beschleunigt. Viele Menschen leben unter unsicheren und teils gefährlichen Bedingungen in Gebäuden, deren Bausubstanz über Jahre hinweg stark gelitten hat und sichtbare Schäden aufweist. Premierminister Manuel Marrero Cruz räumte bei der Einweihung ein, dass das Tempo nicht ausreiche: „Es bewegt sich nicht im gewünschten Tempo.“ Dennoch laufen die Arbeiten. Delilah Díaz Fernández, Generaldirektorin für Wohnungsbau im Bauministerium, erklärte, dass mehr als 2.000 Container für den Umbau genehmigt seien; rund 700 würden derzeit umgebaut. Das Programm habe „immenses Potenzial“ und werde bestehen bleiben. Neue Container, so Díaz Fernández, sollten künftig direkt für Wohnzwecke vorgesehen werden. Vorrangig sollen Menschen profitieren, die ihr Zuhause durch Stürme oder Einstürze verloren haben – eine Gruppe, die in Havanna täglich wächst. Die beiden Modulhäuser sind ein Anfang, aber für eine Stadt, die zerfällt, sind sie kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Quelle: Canal Caribe/YouTube (https://t1p.de/hj4p4)
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